US-Militäreinsatz in Venezuela: Das daher versteht Donald Trump unter Großmachtpolitik

Noch ist der Tag gefüllt mit mehr Fragen als Antworten. Aber
so viel kann man schon sagen: Es ist ein Tag, der die Gegenwartsgeschichte
aufbricht, sie in ein Davor und ein Danach teilt.

Die Axt, die der amerikanische Präsident an die Weltpolitik
gesetzt hat, ist diese: In der europäischen Nacht zum Samstag haben die
Vereinigten Staaten Venezuela aus der Luft angegriffen, den venezolanischen
Machthaber Nicolás Maduro und seine Frau festgenommen und außer Landes
gebracht, wie Donald Trump verkündete. Der demokratisch gewählte Präsident der
USA hat eigenmächtig entschieden, den diktatorisch regierenden Präsidenten von
Venezuela gleichsam von außen aus seinem Amt zu entfernen – und zwar ohne dafür
ein Mandat etwa des US-Kongresses zu haben und offenbar ohne zuvor Alliierte zu
konsultieren. Nicolás Maduro hat sicher keinerlei Sympathie verdient. Aber
Trumps Vorgehen ist brandgefährlich.