US-Militär: USA verlassen größten Militärstützpunkt in Syrien
Die USA haben nach übereinstimmenden Angaben aus unterschiedlichen Quellen den Abzug aus ihrem größten Militärstützpunkt in Syrien begonnen. Ein Militärkonvoi aus mehr als hundert Fahrzeugen habe den Stützpunkt Kasrak in der nordöstlichen Provinz Hassaka in Richtung irakischer Grenze verlassen, berichtete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es sei der zweite Konvoi dieser Art innerhalb weniger Tage.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten ebenfalls, wie Dutzende mit gepanzerten Fahrzeugen und Fertigbauteilen beladene Lastwagen die Basis Kasrak in Richtung irakischer Grenze verließen. Dasselbe berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen sowie syrische Sicherheitskreise. Zudem veröffentlichte Reuters Aufnahmen des mutmaßlichen Abzugs.
USA übergaben syrischer Armee bereits zwei Stützpunkte
Kasrak war bislang das wichtigste Drehkreuz für die US-geführte Koalition im Kamp gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Zuvor haben die USA bereits die Stützpunkte Schadadi im Nordosten und Al-Tang im Südosten Syriens verlassen. Auch diese Stützpunkte waren für Einsätze der US-geführten Anti-IS-Koalition geführt worden und wurden nun an die syrische Armee übergeben.
Die Nachrichtenagentur AFP berichtete weiterhin mit Verweis auf syrische Regierungskreise und kurdische Kräfte, dass sich die US-Streitkräfte binnen eines Monats vollständig aus Syrien zurückziehen wollten. Mitte Februar hatten bereits US-Medien von derartigen Plänen berichtet. Zuletzt waren noch etwa 1.000 Soldaten in Syrien stationiert. Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs bestätigte den Abzug bislang nicht.
Regierungstruppen lösen Kurden als US-Partner ab
Während des US-geführten Einsatzes gegen den IS hatten die USA bis zu 2.000 Soldaten in Syrien eingesetzt, deren Zahl schrittweise reduziert wurde. Beim Kampf gegen die Terrormiliz war das US-Militär mit den von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) verbündet, die über lange Zeit große Gebiete im Nordosten Syriens kontrollierten.
Nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad und die Ablösung des Langzeitherrschers durch den aktuellen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa haben die USA der SDF jedoch die Unterstützung entzogen und stehen stattdessen an der Seite von al-Scharaas Regierung.
Diese hat im Januar bei Kämpfen gegen kurdische Truppen die Kontrolle über die zuvor von den SDF gehaltenen Gebiete im Nordosten Syriens übernommen. Der wichtigste militärische Partner der USA in Syrien sind nun die von der Regierung in Damaskus befehligten staatlichen Truppen.