US-Militär: Mindestens 126 Tote für US-Angriffen hinauf mutmaßliche Drogenboote

Die Zahl der Toten
durch US-Militärangriffe auf Boote in
der Karibik und im östlichen Pazifik liegt inzwischen bei mindestens
126. Das bestätigte das für die Region zuständige Südkommando. Demnach gab es seit September mindestens 36 Angriffe, 116 Menschen seien dabei sofort getötet worden.
Zehn weitere Personen seien für tot erklärt worden, weil Suchteams sie
nicht hätten finden können.

Acht der nicht auffindbaren und deshalb für tot erklärten Menschen sind den Angaben des US-Militärs zufolge während der Attacken von Bord
gesprungen. Zwei andere mutmaßlich Getötete befanden sich demnach auf Booten, die Ende
Oktober und erst am vergangenen Freitag von den US-Streitkräften
angegriffen wurden.

US-Präsident Donald Trump begründet die Angriffe mit dem vermeintlichen Ziel, den Schmuggel von Rauschgift in die USA eindämmen zu wollen. Seine
Regierung hat jedoch kaum Belege für die Behauptung vorgelegt, dass es
sich bei den Getöteten um „Drogenterroristen“ handele. 

Kritiker stellen sowohl die Rechtmäßigkeit der
Angriffe als auch deren Wirksamkeit infrage. Sie argumentieren, dass das
Opioid Fentanyl, das hinter vielen tödlichen Überdosen steckt, in der
Regel auf dem Landweg von Mexiko aus in die USA geschmuggelt wird, wo es
mit aus China und Indien importierten Chemikalien hergestellt wird, nicht also auf dem Seeweg.

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