US-Journalist: Don Lemon wegen angeblicher Verletzung jener Bürgerrechte angeklagt
Der bekannte US-Journalist Don Lemon muss sich wegen angeblicher Verletzung der Bürgerrechte einem Strafverfahren stellen. Der Vorwurf steht im Zusammenhang mit einem Protest gegen die Einwanderungsbehörde ICE in einer Kirche in St. Paul im Bundesstaat Minnesota vor rund zwei Wochen. In einer Anhörung in Los Angeles warf Bundesstaatsanwalt Alexander Robbins Lemon vor, „sich bewusst einer Menge angeschlossen zu haben“, die das Gotteshaus gestürmt habe.
Am 18. Januar hatten Aktivisten in der Cities Church in St. Paul, das
mit dem angrenzenden Minneapolis die Twin Cities (Zwillingsstädte)
bildet, lautstark den Gottesdienst gestört und Parolen gegen die
US-Einwanderungsbehörde ICE skandiert. Lemon sagte, er habe in seiner Funktion als Reporter die Kirche betreten. Er habe Demonstrierende gefilmt und den Pastor interviewt, der auch als ICE-Beamter tätig sein soll.
Nach Angaben seines Anwalts Abbe Lowell war Lemon am Donnerstag in Los Angeles festgenommen worden. Am Freitag erschien der Journalist dort vor einem Bundesgericht.
Staatsanwalt Robbins forderte eine Kaution von 100.000 Dollar (rund 84.000 Euro) für eine Aussetzung der Untersuchungshaft. Lemon wurde jedoch freigelassen, ohne das Geld hinterlegen zu müssen. Zudem bekam er die Erlaubnis, im Juni nach Frankreich zu reisen, während das Verfahren weiterläuft.
Anklage in mehreren Punkten
Eine Grand Jury in Minnesota erhob Anklage gegen Lemon und mehrere andere Beschuldigte wegen angeblicher Verschwörung sowie mutmaßlicher Behinderung des vom ersten Verfassungszusatz geschützten Rechts von Gottesdienstbesuchern auf freie Religionsausübung.
Nach dem Gerichtstermin in Los Angeles zeigte sich Lemon kämpferisch. „Ich lasse mich nicht zum Schweigen bringen“, sagte er vor Reportern. „Ich habe meine gesamte Karriere damit verbracht, über Neuigkeiten zu berichten. Ich werde jetzt nicht aufhören.“
Seine Verteidigerin Marilyn Bednarski kündigte an, dass ihr Mandant in Minnesota auf nicht schuldig plädieren und die Anklage anfechten werde. Lemon erklärte, dass er keine Verbindungen zu der Gruppe habe, die den Protest in der Kirche organisierte.
Während seiner Livesendung aus der Kirche hatte der Journalist deutlich gemacht: „Ich bin hier nicht als ein Aktivist. Ich bin hier als ein Journalist.“ Vergangene Woche wies ein Richter einen vorangegangenen Antrag von Staatsanwälten auf eine Klage gegen Lemon ab. Kurz darauf sagte der Journalist in seiner Show voraus, dass die Trump-Regierung erneut versuchen werde, gegen ihn vorzugehen.