US-Gericht macht Google und Meta wegen Social-Media-Sucht haftbar

Diese Fotoillustration zeigt das Instagram-Logo des US-Sozialnetzwerks auf einem Smartphone vor dem Logo des Medienriesen Meta auf einem Laptopbildschirm.

Stand: 25.03.2026 • 20:19 Uhr

Eine junge Frau in den USA wirft Meta und Google vor, dass deren Plattformen süchtig machen. Nun hat ihr ein US-Gericht Recht gegeben – und einen Millionenbetrag zugesprochen. Folgen nun weitere Klagen?

In einem wegweisenden Prozess um das Sucht-Potenzial von Social-Media-Plattformen hat ein US-Gericht in Los Angeles Instagram und YouTube zu einer hohen Entschädigungszahlung verurteilt. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen von Meta und Google fahrlässig handelten und Nutzerinnen und Nutzer nicht ausreichend über die Risiken informierten, wie US-Medien aus dem Gerichtssaal berichteten.

Die Geschworenen sprachen der Klägerin demnach einen Betrag von drei Millionen Dollar zu, der zu 70 Prozent von Meta bezahlt werden solle. Die Unternehmen können gegen das Urteil in Berufung gehen. Von Meta hieß es, man sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und prüfe die rechtlichen Optionen.

Weitere Klagen könnten folgen

In dem Prozess warf die 20-jährige Klägerin, die nur unter den Initialen KGM auftrat, den Online-Plattformen vor, sie hätten ihre Dienste absichtlich so gestaltet, dass Nutzer süchtig danach werden. Dabei geht es zum Beispiel um die Funktion, bei der man immer weiter zum nächsten Beitrag weiterscrollen kann. Die Frau fing ihren Angaben zufolge bereits als Kind an, die Plattformen zu nutzen – und führt ihre Depressionen und Angstzustände darauf zurück.

Die Klage richtete sich zuletzt nur noch gegen YouTube (Google) und den Foto- und Videodienst Instagram, der zum Meta-Konzern gehört. Die Unternehmen hinter den ursprünglich ebenfalls verklagten Konkurrenten Snapchat und TikTok waren durch einen Vergleich dem Prozess entgangen.

Der Ausgang des Verfahrens könnte wegweisende Wirkung für Hunderte weitere Klagen ähnlicher Art haben. Meta und Google wiesen in dem Prozess die Vorwürfe zurück. In dem Prozess wurde vor den Geschworenen auch Meta-Chef Mark Zuckerberg befragt.

Meta auch in anderem Prozess verurteilt

Erst am Mittwoch hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico Meta zu einer Geldstrafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil das Unternehmen nach Überzeugung einer US-Jury wider besseres Wissen nicht genug für den Schutz junger Nutzer getan hat. Meta will in Berufung gehen.

Source: tagesschau.de