Untergetauchte Rechtsextremistin Liebich in Tschechien gefasst

Marla-Svenja Liebich (Archivbild: 11.07.2025)

Stand: 09.04.2026 • 18:35 Uhr

Die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich war zuletzt untergetaucht, nun ist sie in Tschechien gefasst worden. Eine Haftstrafe unter anderem wegen Volksverhetzung hatte sie zuvor im Gefängnis Chemnitz nicht angetreten.

Die verurteilte Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich ist nach monatelanger Fahndung in Tschechien gefasst worden. Tschechische Polizisten hätten Liebich auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls in Schönbach bei Asch festgenommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle. Es solle nun ein Auslieferungsverfahren geben. Ein Sprecher der Polizei bestätige dem ARD Studio Prag, dass es sich um einen gezielten Zugriff gehandelt habe.

Zu Freiheitsstrafe verurteilt

Liebich war im Juli 2023 – damals noch als Sven Liebich – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung und anderer Delikte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Ihre Haft sollte sie spätestens seit dem 29. August 2025 absitzen, meldete sich jedoch nicht im Frauengefängnis in Chemnitz. Polizei und Staatsanwaltschaft suchten daraufhin deutschlandweit nach der Rechtsextremistin. In sozialen Medien hatte Liebich behauptet, sich ins Ausland abgesetzt zu haben.

Sven Liebich hatte seinen Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich und den Vornamen in Marla Svenja ändern lassen. Der Fall und ihre mögliche Unterbringung in einem Frauengefängnis hatten auch eine Debatte über das neue Selbstbestimmungsgesetz ausgelöst. Bürgerrechts- und Transsexuellenorganisationen äußerten den Verdacht, es könnte sich um eine gegen das neue Gesetz gerichtete rechtsextremistische Provokation handeln.

Source: tagesschau.de