Umschlagplatz: Dax-Konzerne zahlen trotz Wirtschaftskrise Rekorddividenden

Die größten deutschen Börsenkonzerne zahlen laut einer Studie der Beratungsgesellschaft EY trotz Wirtschaftskrise Rekorddividenden an ihre Aktionärinnen und Aktionäre. Insgesamt schütten die 40 Dax-Unternehmen demnach voraussichtlich rund 55,3 Milliarden Euro aus. Das seien 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr (52,2 Mrd. Euro) und ein neuer Höchstwert. 25 Dax-Konzerne zahlen für das vergangene Geschäftsjahr mehr Dividende aus als im Jahr zuvor, bei 10 Unternehmen sinkt die Ausschüttung. 

Dividendenkönig bleibt die Allianz mit einer Dividendensumme von 6,5 Milliarden Euro, gefolgt von der Deutschen Telekom (4,8 Mrd. Euro) und Siemens (4,2 Mrd. Euro). Danach kommen Mercedes, der Rückversicherer Munich Re und SAP.

Weniger als im Vorjahr schüttet vor allem die kriselnde Autoindustrie aus: Mercedes-Benz senkt die Dividendensumme EY zufolge um 19 Prozent, bei der Porsche Automobil Holding steht ein Minus von 21 Prozent.

Besonders stark steigen die Dividenden dagegen beim Triebwerkbauer MTU Aero Engines (plus 64 Prozent), der Deutschen Bank (plus 44 Prozent) und der Commerzbank (plus 61 Prozent), die sich, wie auch der Bund, gegen eine Übernahme durch die Unicredit wehrt. Für die Studie wurden Geschäftsberichte, Pressemitteilungen und Einladungen zu Hauptversammlungen ausgewertet. Die Dividendenpläne müssen in vielen Fällen noch auf Hauptversammlungen gebilligt werden, das ist aber Formsache.

Tendenz zum Rückgang

Mit Dividenden lassen Unternehmen Aktionäre am Geschäftserfolg teilhaben. Zwar steckt die deutsche Wirtschaft in der Krise, doch die Dax-Konzerne machen den Großteil ihres Umsatzes im Ausland. Branchen wie Banken und Versicherungen verbuchten 2025 Rekordergebnisse.

Laut EY sollten Aktionäre im kommenden Jahr keinen neuen Dividendenrekord erwarten. Viele Dax-Konzerne stünden zwar gut da, aber gerade Industrieunternehmen steckten tief im Wandel. Anleger sollten sich eher auf Rückgänge einstellen.