Umfrage: Weniger Haushalte wollen in Energiewende investieren

Immer weniger Menschen sind bereit, Geld für den Wandel hin zu mehr Klimaschutz auszugeben, zum Beispiel durch die Anschaffung einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos. Das geht aus dem aktuellen Energiewendebarometer, einer Umfrage der Förderbank KfW, hervor. Demnach äußerten nur noch 59 Prozent der befragten Haushalte hohe Handlungsbereitschaft, das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018. Im Vorjahr waren es 61 Prozent, vor 5 Jahren noch 68 Prozent.

Vor allem bei denjenigen mit niedrigem Einkommen ist laut der KfW-Umfrage unter 5.119 Haushalten die Bereitschaft deutlich zurückgegangen, zum Beispiel in eine Heizung ohne fossile Brennstoffe wie Öl und Gas zu investieren. Sie stecken in einem Dilemma. Denn finanzschwache Haushalte heizen häufiger mit Öl und Gas. Deswegen fällt bei ihnen die Bepreisung fossiler Brennstoffe stärker ins Gewicht.

Steigender CO2-Preis macht Heizen für Ärmere teurer

Seit 2021 gibt es in Deutschland einen CO2-Preis für alle fossilen Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Der Verbrauch dieser Rohstoffe wird dadurch teurer, was zum Klimaschutz beitragen soll. Zum 1. Januar 2025 wurde der Preis je Tonne Kohlendioxid (CO2) von 45 Euro auf 55 Euro angehoben.

„Viele einkommensschwache Haushalte stehen unter hohem Kostendruck. Sie
haben wenig Spielraum, um in die Energiewende zu investieren“, sagt
KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. „Auch diese Bevölkerungsgruppe gilt
es in den Blick zu nehmen, um die bisher breite Zustimmung
zur Energiewende und das private Engagement hochzuhalten.“

Wohlhabende nutzen häufiger grüne Technologien

Die wohlhabendsten Haushalte der Republik nutzen Technologien wie Photovoltaik, Solarthermie oder Wärmepumpe mehr als dreimal so häufig wie die einkommensschwächsten Haushalte: 50 Prozent gegenüber 16 Prozent.

Insgesamt zählt die KfW Bankengruppe 13,5 Millionen Haushalte in Deutschland, die mindestens eine der einschlägigen Technologien der Energiewende nutzen. Das ist ein Drittel (33 Prozent) der Privathaushalte hierzulande. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl um etwa 800.000. Weitere sechs Prozent oder 2,3 Millionen Haushalte planen die Anschaffung mindestens einer dieser Technologien in den kommenden zwölf Monaten.

Knapp jeder zehnte Haushalt hat ein E-Auto

Fast jeder sechste Haushalt bundesweit (16 Prozent) hat inzwischen eine Photovoltaikanlage (PV), 11 Prozent nutzen Solarthermie zur Warmwasserbereitung und als Heizungsunterstützung. In knapp jedem zehnten Haushalt (9 Prozent) wird ein Elektroauto gefahren. Wohnung oder Haus heizen 8 Prozent mit Wärmepumpe und 6 Prozent mit Holzpellets.

Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche hat sich jüngst für einen Kurswechsel bei der Energiewende ausgesprochen. Die CDU-Politikerin will Kosten senken und die Versorgungssicherheit in den Mittelpunkt stellen. Subventionen sollen abgebaut werden. Reiche will zum Beispiel die bisher fixe Einspeisevergütung für Photovoltaik-Neuanlagen abschaffen.