Umfrage: So taxieren Menschen die Sicherheit in den Innenstädten

„Lebendige Innenstädte werden als sicher wahrgenommen“, meint HDE-Präsident Alexander von Preen.
Die Frage nach der Sicherheit in den Innenstädten sorgt seit Jahren für Diskussionen. Oft wird thematisiert, dass sich die Menschen dort zunehmend unsicher fühlen. Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. Das sind die Ergebnisse.
HDE-Schätzung
Einzelhandel schrumpft – bald weniger als 300.000 Geschäfte
Viele Verbraucher kaufen online oder halten ihr Geld zurück. Das hat Folgen für die Innenstädte und den stationären Handel. Seit Ende 2015 ist die Zahl der Geschäfte deutlich zurückgegangen.
Lebendige Innenstädte hingegen würden als sicher wahrgenommen. „Dabei spielt der Einzelhandel nachweislich die tragende Rolle. Die Menschen sehen Geschäfte mit Mitarbeitern und bei Dunkelheit beleuchtete Schaufenster als entscheidenden Sicherheitsfaktor. Das zeigt: Ohne die Geschäfte des Einzelhandels gibt es kein erfolgreiches, belebtes und zukunftstaugliches Stadtzentrum“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.
Über ein Viertel sieht Verschlechterung
Ebenfalls betrachtet hat der HDE die Veränderung des von den Innenstadt-Besuchern wahrgenommenen Sicherheitsgefühls. Für 27% der Befragten hat es sich in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert. Der Einzelhandel sieht hier die Verantwortlichen der Politik in der Pflicht: „Wir müssen diesen Abwärtstrend aufhalten. Die Politik muss auf allen Ebenen endlich klare Maßnahmen ergreifen und Leerstände schneller füllen oder gar nicht erst entstehen lasse“, sagt von Preen.
Zur Erhebung
Die Studie wurde im Auftrag des HDE von Essentiq durchgeführt und ist nach eigenen Angaben repräsentativ. Im Januar dieses Jahres wurden 2038 Personen zwischen 16 und 93 Jahren befragt.
Er schlägt unter anderem eine „Gründungsoffensive für den Einzelhandel“ vor. Hierbei sollen die Leerstände im Rahmen einer Zwischenvermietung durch die Kommunen als „Innovationsmotoren“ genutzt werden. Gründerinnen und Gründer könnten im Rahmen einer solchen Offensive unter anderem Mietzuschüsse und Förderungen bekommen – beispielsweise für die Geschäftseinrichtung, die Datenverarbeitung inklusive des Kassensystems und eines digitalen Warenwirtschaftssystems sowie für Marketingmaßnahmen, schlägt von Preen vor. Darüber hinaus sollten laufende Schulungen beispielsweise in Betriebsführung oder Marketing finanziert werden. „All das hilft, Leerstände effektiv abzubauen, den Branchenmix und somit die Attraktivität zu erhöhen.“