Ukraine: Selenskyj macht Russland für jedes Bombenanschläge in Lwiw zuständig

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
hat Russland für die nächtlichen Bombenexplosionen in der westukrainischen Stadt Lwiw verurteilt. Er bezeichnete die Taten als „zynischen und grausamen Terroranschlag“. Bei dem Anschlag
waren eine Polizistin getötet und 25 weitere Menschen teils schwer
verletzt worden.

Als mutmaßliche Täterin wurde eine 33-jährige
Ukrainerin festgenommen, die nach Polizeiangaben von russischen
Geheimdiensten zu der Tat angestiftet worden sein soll. „Wir verfügen über
Geheimdienstinformationen, dass die Russen weiterhin solche Dinge, also
faktisch Angriffe auf Ukrainer, durchführen wollen“, sagte Selenskyj.

In der westukrainischen Großstadt Lwiw
(Lemberg) war es kurz nach
Mitternacht in der Nacht zu Sonntag zu zwei Explosionen gekommen, bei der die Polizistin getötet und weitere Sicherheitskräfte
verletzt wurden. Nach einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft
eilten die Sicherheitskräfte zunächst wegen eines angeblichen Einbruchs
zu einem Geschäft nahe der Altstadt von Lwiw.
Als sie dort ankamen, sei die erste Explosion ausgelöst worden – und
eine zweite dann, als kurz darauf Verstärkung eintraf.

Selenskyj macht russische Organisation verantwortlich

Zuvor hatte bereits Bürgermeister Andrij
Sadowyj in einem Video in seinem Telegram-Kanal von einem Terroranschlag
gesprochen. Innenminister Ihor Klymenko informierte über die Festnahme der Verdächtigen, später nannte die Polizei weitere Details. Die
Festgenommene habe in der Nacht mehrere selbst gebastelte Sprengsätze in
Mülltonnen in der Stadt platziert, hieß es.

„Die Umstände dieses Terroranschlags werden derzeit umfassend untersucht, viele Fakten liegen bereits vor“, teilte Selenskyj auf Facebook mit. Die Täterin sei über Telegram rekrutiert worden. „Der Terroranschlag wurde von einer russischen Organisation verübt“, sagte er, ohne weitere Details zu nennen. Die Behörden seien angewiesen worden, Maßnahmen zu erarbeiten, um ähnliche Verbrechen zu verhindern. Aus Russland gab es zu dem Vorfall zunächst keine Äußerung.

Die Region Lwiw liegt im Westen der Ukraine, an der polnischen Grenze. Die gleichnamige Gebietshauptstadt ist nur etwa 50 Kilometer Luftlinie vom EU-Gebiet entfernt. Dort leben auch viele Binnenflüchtlinge, die sich im russischen Angriffskrieg vor den Kämpfen im Osten der Ukraine in Sicherheit gebracht haben. Auch Lwiw ist immer wieder Ziel von russischen Raketen- und Drohnenangriffen.