Trump und dieser Iran-Krieg: „Dafür haben wir nicht gestimmt“

Donald Trump

Stand: 13.03.2026 • 03:22 Uhr

Umfragen zeigen: Unter Anhängern der Republikaner ist die Zustimmung zum Iran-Krieg groß. Doch die Benzinpreise steigen, US-Soldaten sind gestorben – in der MAGA-Bewegung zeigen sich erste Risse.

Die Moderatorin hat das Gespräch gerade erst begonnen, da ist der Gast, Marjorie Taylor Greene, sofort auf Hundertachtzig: „Das ist nicht das, wofür wir gestimmt haben“, sagt Greene – das sei nicht MAGA und nicht „Amerika Zuerst“. Lange Zeit war Greene ein wichtiger Teil der MAGA-Bewegung und glühende Anhängerin von Donald Trump. Doch im vergangenen Jahr überwarf sie sich mit ihm und trat als Abgeordnete zurück.

Greene sagt, die meisten Amerikaner seien gegen diesen Krieg. Schließlich habe Präsident Trump keine überzeugenden Argumente dafür präsentiert. Die Amerikaner fühlten sich von Iran nicht bedroht. Und als es hieß, Irans Oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei sei getötet worden, da hätten einige erst einmal googeln müssen: „Ajatollah? Was ist ein Ajatollah?“

Die Moderatorin der Sendung ist Megyn Kelly, Podcasterin und ebenfalls eine wichtige Stimme in der MAGA-Bewegung. Zu den ersten amerikanischen Soldaten, die der Krieg das Leben gekostet hat, stellt sie kategorisch fest: „Meiner Meinung nach sollte niemand für ein fremdes Land sterben müssen. Diese Soldaten sind nicht für die Vereinigten Staaten gestorben. Sondern für den Iran. Oder für Israel.“

Auch Steve Bannon warnte

Als Trump im Winter damit begann, die US-Truppen im Nahen Osten zu verstärken, da ahnte Steve Bannon bereits, warum das geschah – und er warnte. In Trumps erster Regierung diente Bannon als Chefstratege des Präsidenten. Im vergangenen Januar sagte er einem Sender, das „Problem in Teheran“ sei kein Problem der Amerikaner. Und man sei gut beraten, sich um die eigenen Probleme zu kümmern.

Den Militäraufmarsch bezeichnete Bannon damals als „Provokation“, mit dem die USA einen „Kampf“ heraufbeschwörten – als Antwort darauf, was der israelische Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Nahen Osten vorhabe.

Benzinpreise stark gestiegen

Auch unter Publizisten, die zwar nicht als Teil von MAGA gelten, aber politisch konservativ sind, stößt der Kriegskurs des Präsidenten nicht nur auf Zustimmung. Ein Beispiel: Joe Rogan, der vielleicht bekannteste Podcaster des Landes. In seiner Show nannte Rogan den Krieg „irrsinnig“. Er erinnerte daran, dass Trump im Wahlkampf versprochen hatte, das Land nicht in weitere Kriege zu verwickeln. Deshalb fühlten sich jetzt viele Menschen betrogen. Auch aus Rogans Sicht hat der Präsident nicht klar definiert, warum er diesen Militäreinsatz für nötig hält.

Die ersten Angriffe auf den Iran sind noch keine zwei Wochen her, aber schon jetzt zahlen auch die Amerikaner deutlich mehr fürs Tanken. Zwei Tage vor dem Krieg kostete Benzin im Landesschnitt 2 Dollar 98 pro Gallone – nun waren es 3 Dollar 59, ein Plus von 61 Cent. Und das, wo sich die Menschen ohnehin beschweren, die Lebenshaltungskosten seien zu hoch. Die New York Times berichtet: Die ersten sechs Kriegstage haben das US-Militär mehr als elf Milliarden Dollar gekostet.

Rina Shah, eine republikanische Politikberaterin in Washington, hält diese Zahlen für den Grund, weshalb die kritischen Stimmen aus der MAGA-Bewegung jetzt so viel Gehör finden. Dem Sender WAMU sagt sie, dass man die Wirkung dieser Influencer gar nicht überbewerten könne: „Einen Krieg zu unterstützen, der Milliarden kostet, während die Wähler mit steigenden Lebenshaltungskosten ringen – da ist es kaum möglich, das öffentlich zu rechtfertigen.“

Unbedingte Loyalität zu Trump

Wie Meinungsumfragen zeigen, stimmen fast 80 Prozent der Anhänger der Republikaner dem Krieg zu. Und unter denen, die sich als Teil der MAGA-Bewegung identifizieren, sind es sogar deutlich mehr. Das zeigt, dass es sich nicht um eine Bewegung handelt, die Militäreinsätze im Ausland strikt ablehnen und für einen isolationistischen Kurs plädieren würde.

Stattdessen sind unter dem Etikett „MAGA“ Menschen zusammengekommen, die vor allem ihre unbedingte Loyalität zu Donald Trump eint. Ihnen geht es weniger um Treue zu bestimmten politischen Prinzipien, sondern sie folgen einem Politiker, den viele von ihnen – ähnlich einem Personenkult – regelrecht verehren. Bisher hat das MAGA-Lager dem Präsidenten noch jede politische Wende verziehen, selbst als es um die Veröffentlichung der Epstein Files ging.

Rechtsgerichtete Politiker und Medienpersönlichkeiten wie Marjorie Taylor Greene, Megyn Kelly, Steve Bannon oder Joe Rogan sprechen derzeit offensichtlich nicht für eine Mehrheit der Trump-Basis. Politikberaterin Rina Shah warnt ihre Partei dennoch – vor allem für den Fall, dass sich der Krieg noch länger hinziehen sollte: „Ich sehe eine weitere Spaltung der Partei, wenn wir uns dem späten Frühjahr und Sommer nähern. Denn die Zwischenwahlen im November könnten wirklich davon abhängen, ob der Krieg seinen Preis wert ist.“

Noch scheint sich Trump jedoch keine Sorgen machen zu müssen. Der treueste Teil seiner Basis folgt ihm weiterhin.

Source: tagesschau.de