Trump kündigt Treffen zum Konflikt um Grönland in Davos an

Das "USA House" während des Weltwirtschaftsforums in Davos, Schweiz

Stand: 20.01.2026 11:01 Uhr

US-Präsident Trump hat erneut seinen Anspruch auf Grönland bekräftigt – und Gespräche während des Weltwirtschaftsforums in Davos angekündigt. In dem Konflikt um die Arktisinsel gebe es „kein Zurück“.

Im Grönland-Konflikt zwischen den USA und Europa hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen der beteiligten Parteien in Davos in der Schweiz angekündigt. Den avisierten Gesprächen sei ein Telefonat mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte vorangegangen, schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, ließ er offen.

Die Gespräche dürften am Rande des derzeitigen Weltwirtschaftsforums in Davos stattfinden. Trump wird am Mittwoch in dem Schweizer Alpenort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird.

Trump veröffentlichte in einem weiteren Post eine Textnachricht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, in der dieser ein Treffen mit Mitgliedern der G7 sowie Dänemark nach den Gesprächen in Davos vorschlug. Der Élysée-Palast bestätigte die Echtheit der Nachrichten, das Treffen solle in Paris stattfinden.

Für Trump gibt es „kein Zurück“

Der US-Präsident bekräftigte seinen Besitzanspruch auf Grönland. Die zum EU- und NATO-Land Dänemark gehörende Insel sei „von entscheidender Bedeutung“ für die internationale Sicherheit und die nationale Sicherheit der USA. „Es gibt kein Zurück – darin sind sich alle einig!“, schrieb Trump. Dänemark könne das riesige Territorium nicht schützen. „Wir müssen es haben“, sagte Trump zudem vor Reportern in Florida.

Auf Truth Social veröffentlichte er auch provokant manipulierte KI-Bilder. Eines zeigt, wie er die US-Flagge neben einem Schild errichtet, auf dem „Grönland, US-Territorium, begründet 2026“ zu lesen ist.

Der US-Präsident will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Sollte dies nicht gelingen, hatte er mehrfach betont, auch eine militärische Aktion zur Einnahme der Insel in Erwägung zu ziehen. In einer schriftlichen Mitteilung an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre hat Trump kürzlich im Zusammenhang mit der Nichtverleihung des Friedensnobelpreises erklärt, sich nicht länger verpflichtet zu fühlen, „ausschließlich an den Frieden zu denken“.

EU diskutiert Gegenmaßnahmen – US-Finanzminister warnt

Deutschland und weitere Staaten schickten auch als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland. Trump kündigte daraufhin an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen NATO-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.

Sollte Trump die Zölle wirklich verhängen lassen, könnte die EU beispielsweise ebenfalls mit Sonderzöllen reagieren. Im Raum stehen Extraabgaben auf Wareneinfuhren aus den USA im Wert von 93 Milliarden Euro, etwa auf Flugzeuge, Motorräder, Rindfleisch, Whiskey und Zitrusfrüchte. Auch andere wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen sind möglich – so könnten US-Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen oder für bestimmte Produkte Ein- und Ausfuhrbeschränkungen erlassen werden.

US-Finanzminister Scott Bessent warnte die europäischen Regierungen vor Vergeltungsmaßnahmen. „Ich halte das für sehr unklug“, sagte Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums auf die Frage nach handelspolitischen Gegenmaßnahmen. Europa solle nicht an Trump Absichten zweifeln. Die USA würden in ihre „hemisphärische Sicherheit an niemand anderen auslagern“.

Source: tagesschau.de