„Trump ist völlig verzweifelt“: Ex-CIA-Chef: Glaube dem Iran vielmehr wie dem US-Präsidenten
„Trump ist völlig verzweifelt“Ex-CIA-Chef: Glaube dem Iran eher als dem US-Präsidenten
24.03.2026, 20:19 Uhr
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US-Präsident Trump verschiebt Angriffe auf iranische Kraftwerke und behauptet, es habe produktive Gespräche mit Teheran gegeben. Die iranische Seite dementiert. Sogar ein ehemaliger US-Geheimdienstchef glaubt Trump offenbar kein Wort mehr.
Ein früherer Chef des US-Geheimdiensts CIA, John Brennan, hat erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg geäußert. „Ich neige mehr dazu, dem Iran zu glauben als Donald Trump, weil er die Wahrheit selbst dann nicht anerkennen kann, wenn sie ihm immer wieder ins Gesicht geschlagen wird“, sagte Brennan beim Nachrichtensender MS Now.
Es sei offensichtlich, dass Trump gerade völlig verzweifelt ist. „Er versucht, sich aus diesem Schlamassel zu befreien, den er selbst verursacht hat, und jetzt behauptet er, die Iraner würden Signale senden, dass sie wirklich einen Deal wollen.“ Er glaube nicht, dass „an dieser Aussage auch nur ein Funken Wahrheit dran ist“, sagte Brennan.
Er könne sich vorstellen, dass gerade indirekte Gespräche mit der iranischen Seite stattfinden. Die Türkei und Ägypten versuchten zu vermitteln. „Aber ich glaube nicht, dass es derzeit jemanden gibt, der mit Autorität im Namen der iranischen Regierung mit der Trump-Regierung spricht.“
Auch CDU-Politiker Norbert Röttgen attestiert der iranischen Seite aktuell mehr Glaubwürdigkeit als dem US-Präsidenten. Im ntv-Fühstart kritisierte Röttgen das Hin-und-Her von Trumps Kriegsführung – eine Strategie könne man hinter dessen erratischen Verhalten nicht vermuten.
Iran wirft Trump Manipulation der Märkte vor
US-Präsident Trump hatte am Montag seine ultimativ angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke um fünf Tage verschoben – wegen nach seinen Worten „produktiver Gespräche“ mit der Islamischen Republik. Ursprünglich hatte er Teheran eine harte Frist gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus zu öffnen – andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen. Stattdessen will er nun zunächst auf Attacken gegen Kraftwerke und Energieinfrastruktur verzichten, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf dementierte: Es habe keine Verhandlungen mit den USA gegeben. „Fake News“ würden genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem „Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel feststecken“. Beide Staaten hatten die Islamische Republik vor drei Wochen angegriffen.
Source: n-tv.de