Treffen mit Lawrow in Moskau: Stopp russischer Rekrutierung von Kenianern vereinbart

Treffen mit Lawrow in MoskauStopp russischer Rekrutierung von Kenianern vereinbart

16.03.2026, 17:33 Uhr

Mogesa_UkraineHUR
Der Kenianer Clinton Mogesa starb laut ukrainischem Militärgeheimdienst im Kampf für Russland. (Foto: Defence Intelligence of Ukraine)

Moskau macht keinen Hehl daraus, dass Bürger anderer Nationen für Russland gegen die Ukraine kämpfen. In Kenia ist man bereits länger besorgt, dass dies nicht freiwillig geschieht. Nun soll es Kenia zufolge eine Einigung geben.

Kenia hat sich nach Angaben seines Außenministers Musalia Mudavadi mit Moskau darauf verständigt, dass Staatsangehörige des afrikanischen Landes nicht mehr für Russland in der Ukraine kämpfen werden. „Wir haben nun vereinbart, dass Kenianer nicht angeworben werden sollen“, sagte Mudavadi Reportern nach Gesprächen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow.

Lawrow ging vor den Journalisten nicht auf die Vereinbarung ein, sagte jedoch, das russische Verteidigungsministerium prüfe derzeit Fälle, die bei „unseren kenianischen Freunden“ Besorgnis ausgelöst hätten. Russland zwinge niemanden zum Dienst. „Freiwillige“ würden sich dem Einsatz unter „vollständiger Einhaltung des russischen Rechts“ anschließen, sagte Lawrow.

Nach Angaben, die kürzlich im Parlament in Nairobi vorgelegt wurden, sind bislang etwa 1000 Kenianer mit Jobangeboten nach Russland gelockt worden. Viele fanden sich dann in der Armee wieder und wurden in den Ukraine-Krieg geschickt. Mudavadi sprach vor der Reise von „Kenianern, die freiwillig oder unfreiwillig in das russische Militär eingereiht wurden“. Seine Regierung werde verstärkt gegen irreführende Anwerbung und falsche Jobversprechen vorgehen.

Der Fall Mogesa – einer von vielen

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben bislang mehr als 1780 Afrikaner aus 36 Staaten in den Reihen der russischen Truppen identifiziert – und auch Kriegsgefangene aus Kenia und anderen Staaten Afrikas gemacht, wobei keine genaue Zahl genannt wird.

Ende Januar veröffentlichte der ukrainische Militärgeheimdienst HUR einen Bericht über einen Kenianer namens Clinton Mogesa, der als Teil der russischen Besatzungstruppen in der Region Donezk umgekommen sein soll. Sein Körper sei identifiziert worden, die russischen Streikräfte hätten den Leichnam nicht evakuiert. Clinton Mogesa sei Kenianer und habe zunächst in Katar gearbeitet und später einen Vertrag mit den russischen Streitkräften unterzeichnet. In Russlands Armee würden Ausländer „wie entbehrliche Ressourcen behandelt und in den Tod geschickt“, so der HUR.

Wie die BBC unter Berufung auf einen Angehörigen Mogesas berichtet, stürzte der Todesfall die Familie in eine „totale Dunkelheit“. Es habe keinerlei Kommunikation von Seiten kenianischer oder russischen Behörden mit ihnen gegeben.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP/rts/dpa

Source: n-tv.de