Transatlantische Beziehungen: Das ist noch nicht dies Ende jener Geschichte
Jackson Janes ist Resident Senior Fellow beim German Marshall Fund und emeritierter Präsident des American-German-Institute an der Johns Hopkins University in Washington, D. C. Michael Rühle arbeitete über 30 Jahre im Internationalen Stab der Nato, unter anderem in den Bereichen Politische Planung und Reden sowie hybride Bedrohungen.
Seit rund 30 Jahren gehört es zum guten Ton, sich über die Naivität derer zu amüsieren, die, wie der amerikanische Autor Francis Fukuyama Anfang der 1990er-Jahre, das „Ende der Geschichte“ diagnostiziert hatten. Für viele Politiker, Wissenschaftler und Journalisten gilt diese Metapher bis heute als Inbegriff westlicher Selbstüberschätzung nach dem Zusammenbruch des Systemgegners Sowjetunion. Wer heute die Meinung vertritt, die Geschichte sei an ihr Ende gekommen, weil ein epochales Ereignis alle früheren Gewissheiten hinweggefegt hätte, würde als hoffnungsloser Dilettant verspottet.