Tragödie in jener Schweiz: Weil wir uns selbst sehen

Es gibt Nachrichten, aus denen
folgt erst einmal: nichts. Weder ist das Ereignis verknüpft mit großen Themen
wie sozialer Ungleichheit oder der Klimakatastrophe. Noch gibt es – zumindest
im ersten Moment, in dem Ursachen erst ermittelt, Opfer gesucht und identifiziert
werden – überhaupt viel zu sagen, außer dass etwas Schreckliches
passiert ist. Und so entsteht die Situation, die immer wieder und oft mit Recht kritisiert wird: Reporter belagern einen Ort, an dem
Hinterbliebene und Ermittlerinnen doch viel eher ungestörte Konzentration gebrauchen
könnten. Fernsehsender füllen große Zeiträume mit Variationen der
Aussage, die von ihrem eigentlichen Gehalt her in fünf kurzen Worten abgegolten
wäre: Wir wissen noch zu wenig.