Tourismus aufwärts Kuba: Der karibische Realsozialismus zerbröselt – nun möglich sein die Lichter aus
Lange hatte Kuba den morbiden Charme eines tropischen Planwirtschaftszoos – damit ist es vorbei. Dank Misswirtschaft, Sanktionen und den USA löst sich der Karibikstaat auf.
In Venezuela hat Donald Trumps „Staatsstreich von außen“ geklappt, im Iran ist der Ausgang seiner Luftangriffe mehr als ungewiss, und nun träumt der US-Präsident schon von der nächsten „Übernahme“, wie er sein Vorhaben nennt: den Sturz der sozialistischen Regierung in Kuba.
Das Land, so Trump Mitte März im Fernsehen, sei „am Ende“ und es sei eine „Ehre es zu übernehmen“. Was den nahenden Zusammenbruch betrifft, von dem auch der kubanischstämmige US-Außenminister Marco Rubio träumt, so ist der tatsächlich nicht mehr fern. Jahrzehntelange Misswirtschaft und die zahllosen Sanktionen haben den einstigen Sehnsuchtsort von Generationen von Berufsrevolutionären in einen Staat am Abgrund verwandelt.
Kubas berühmte Oldtimer stehen still
Eine der bekanntesten Touristenattraktionen ist eigentlich das Resultat des Mangels: die berühmten bunten US-Oldtimer. Sie fahren nur noch durch die Straßen Havannas, weil neuere Autos schwierig ins Land zu bekommen sind. Doch nun haben auch die Besitzer der 50er-Jahre-Straßenkreuzer nichts mehr zu tun: Weil die USA kein Öl mehr auf die Insel lassen, geht den Kubanern das Benzin aus.
Mit drastischen Folgen: Müllwagen fahren nicht mehr, Lebensmitteltransporte hängen fest, Krankenhäusern und dem öffentlichen Nahverkehr geht der Strom aus. Die sozialistische Republik erlebt ihre schlimmste Krise seit der Revolution 1959. In ihrer Not erlaubt die Regierung daher Exil-Kubanern jetzt, in das Land zu investieren. Bislang war das absolut undenkbar.
Bis vor einigen Jahren hatte Kuba noch den morbiden Charme eines tropischen Planwirtschaftszoos – doch selbst damit ist es nun vorbei. Als Urlaubsland scheint die Insel am Ende zu sein. Die Zahl der Touristen hat sich auf rund zwei Millionen im Jahr halbiert. Hotels schließen, Traumstrände verwaisen, Flüge fallen immer häufiger aus – eine der letzten Einnahmequellen des Landes versiegt.
Source: stern.de