Top-Personalie: Marco De Vincenzo verlässt Etro

Abschied nach vier Jahren bei Etro: Marco De Vincenzo

Bei der Luxusmarke Etro stehen die Zeichen auf Veränderung. Nachdem die Familie Etro kurz vor Weihnachten ihren Abschied verkündete, ist nun auch für den Kreativdirektor Schluss. Marco De Vincenzo verlässt die Brand, deren Führungsspitze eine „neue strategische Phase“ ausruft.

Nach dem Ausstieg der Gründerfamilie scheidet Marco De Vincenzo bei Etro aus. Der Designer, der seit 2022 Kreativdirektor der italienischen Luxusmarke war, verlässt die Marke in „beiderseitigem Einvernehmen“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Etro bedankte sich bei dem Designer für dessen „erheblichen Beitrag“. Er habe die ästhetischen Codes der Marke „interpretiert und erweitert“ und sie dadurch „stilistisch erneuert“. Mit dem Abschied De Vincenzos beginne eine „neue strategischen Phase“, teilte Etro weiter mit. Zur Frage, wer Nachfolger wird, äußerte sich die Firma nicht.

Die Personalie folgt auf die Neuordnung im Gesellschafterkreis kurz vor Weihnachten. Die Familie Etro hat ihrem Unternehmen den Rücken gekehrt. Sie gab ihren Anteil von 38% an ein Konsortium ab, zu dem Mathias Facchini von Swinger International, der Banker Giulio Gallazzi über die SRI Group und der türkische Immobilienentwickler Rams Global gehören.

Wachstumspotenziale Home und Branded Real Estate

Mehrheitsgesellschafter mit 62% ist nach wie vor der Private Equity-Investor L Catterton, der sich im Orbit des Luxuskonzerns LVMH bewegt. Als CEO steht wie gehabt Fabrizio Cardinali an der Spitze. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende ist Faruk Bülbül von Rams Global.

Es sind herausfordernde Zeiten für Etro. In einem schwierigen Luxusmarkt muss sich die Marke gegen die Mega-Brands der Pariser Luxuskonzerne behaupten. Etro hängt nach wie vor stark von der Bekleidung ab und ist auf Wholesale-Partner angewiesen. Potenzial wittert CEO Cardinali in den Segmenten Home und Branded Real Estate.

Um Kunden für Etro zu begeistern, soll mehr Erlebnis geboten werden. Der Marketingchef Michele Lorusso, der seit Mitte 2025 bei Etro ist, leitete zuvor das Marketing und die Kommunikation von La Dolce Vita Orient Express, einem Anbieter von luxuriösen Zugreisen.

Die Geschehnisse bei Etro ähneln denen bei Missoni. Auch dort hat sich die Gründerfamilie vor kurzem verabschiedet. Gesellschafter sind der Fonds FSI, der die Mehrheit hat, und die deutsche Investmentgesellschaft Katjes International, die auch bei Bogner engagiert ist und 27% an Missoni hält.