Teurer Tanken: Neue Regelung treibt den Benzinpreis

Deeskalierende Nachrichten zum Irankrieg haben den Ölpreis am Mittwoch kurzzeitig unter die Marke von 100 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) der Nordseesorte Brent fallen lassen.

Die Preise für Kraftstoff in Deutschland dagegen machten zur Mittagszeit einen Sprung nach oben. Der Autoklub ADAC führte das auf die neue Regelung zurück, der zufolge Tankstellen nur noch einmal am Tag die Spritpreise anheben dürfen, und zwar immer um 12 Uhr. Das nennt sich „Österreich-Modell“. Die Regel galt in dem Land seit längerem, wurde jetzt sogar noch mal verschärft. Womöglich habe die Neuregelung ihr Ziel verfehlt, äußerte der ADAC.

Dicht an historischen Rekorde

Der Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 kletterte demnach von 2,099 Euro kurz vor 12 Uhr auf 2,147 Euro kurz danach. Für Diesel mussten Autofahrer statt 2,301 Euro dann 2,347 Euro bezahlen. Beides ist dicht an den historischen Rekordwerten.

Ob die Regelung zu längerfristig niedrigeren Benzinpreisen führt, bleibt abzuwarten. Ökonomen um den Düsseldorfer Justus Haucap hatten in einer Analyse des Österreich-Modells die Gefahr aufgezeigt, dass die Mineralölkonzerne den Preis in dem Fall vorsorglich mehr anheben könnten als sonst.

In der zurückliegenden Benzinpreiserhöhungswelle hatte Österreich nicht zu den Ländern mit geringen Preiserhöhungen gehört. Im Gegenteil: Der Anstieg der Spritpreise im Zusammenhang mit dem Krieg war in Österreich nach Deutschland der zweithöchste unter den beobachteten europäischen Ländern, mit plus 22,8 Prozent für Diesel und plus 13,2 Prozent für Super.

Source: faz.net