Teurer Iran-Einsatz zieht sich: Trump ist wahrscheinlich zu Kriegsende ohne Hormus-Leckage in petto

Teurer Iran-Einsatz zieht sichTrump ist angeblich zu Kriegsende ohne Hormus-Öffnung bereit

31.03.2026, 07:34 Uhr

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Trump ist dafür bekannt, viele seiner Positionen immer wieder zu verändern. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Der Krieg im Iran ist für die USA kostspielig und dauert bereits vier Wochen. Trump sei daher bereit, auch ohne eine Öffnung der Straße von Hormus den Krieg zu beenden, heißt es nun in einem Zeitungsbericht. Diese kritische Aufgabe würde er gerne anderen Ländern überlassen.

US-Präsident Donald Trump soll seinen Beratern mitgeteilt haben, er sei bereit, den Krieg im Iran zu beenden, auch wenn die Straße von Hormus weitgehend blockiert bleibe. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte. Trump habe entschieden, dass sich die USA auf ihre Hauptziele wie das Vorgehen gegen die Marine und die Raketenbestände des Irans konzentrieren sollten. Gleichzeitig müsse man Teheran diplomatisch unter Druck setzen, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen.

Sollte das nicht gelingen, würden die USA Druck auf Verbündete in Europa und am Golf ausüben, bei Bemühungen um die Öffnung der Meerenge die Führung zu übernehmen. Ein Einsatz mit dem Ziel, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, würde den Krieg demnach in den Augen der US-Regierung zu sehr in die Länge ziehen und den geplanten Zeitrahmen von vier bis sechs Wochen sprengen. Trump habe auch militärische Optionen, zitiert das „Wall Street Journal“ die Beamten. Diese hätten aber derzeit keine Priorität für den US-Präsidenten. Die Informationen der Zeitung ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Trump ist dafür bekannt, viele seiner Positionen immer wieder zu verändern.

US-Außenminister Marco Rubio zeigte sich unterdessen überzeugt, dass die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr geöffnet wird – „so oder anders“. Entweder werde sich der Iran bereit erklären, „sich an internationales Recht zu halten“ und die Meerenge nicht zu blockieren, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera. „Oder eine Koalition von Nationen aus der ganzen Welt und der Region wird mit Beteiligung der Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass sie offen ist.“

Rubio äußerte sich nicht weiter dazu, was genau er mit „dafür sorgen“ meinte. Falls der Iran die Meerenge weiter blockieren sollte, drohten Teheran „wirkliche Konsequenzen, nicht nur seitens der Vereinigten Staaten, sondern von Ländern in der Region und der Welt“, sagte Rubio.

Iran setzt Angriffe auf Golfstaaten fort

Der Iran setzt derweil auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe den Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute Angriffe. Im Persischen Golf wurde zudem vor der Küste von Dubai ein riesiger kuwaitischer Öltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht.

Der Iran zeigt sich weiter unbeeindruckt. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in der Nacht auf der Plattform X, es sei für Saudi-Arabien „höchste Zeit, die US-Streitkräfte des Landes zu verweisen“. Das Königreich wurde in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums in kurzen Abständen erneut von ballistischen Raketen angegriffen. Sie seien abgewehrt worden.

Auch Kuwait meldete wieder Beschuss durch Raketen und Drohnen. Ebenso heulten im Golfstaat Bahrain erneut die Sirenen. In Dubai wurden vier Menschen nach einem Einsatz der Luftabwehr von herabstürzenden Trümmerteilen verletzt. Israel griff unterdessen erneut Ziele in Teheran an.

USA greifen Munitionsdepot in Isfahan an

Die USA führten einem Medienbericht zufolge in der Nacht außerdem einen massiven Angriff auf ein Munitionsdepot in der iranischen Stadt Isfahan durch. Dafür habe das US-Militär eine große Menge bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 2000 Pfund (etwa 900 Kilogramm) eingesetzt, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen US-Beamten.

Trump postete am Montagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social einen Videoclip, der Explosionen zeigt. Er nannte dazu allerdings keinerlei Kontext. Der Zeitung zufolge handelte es sich dabei um ein Video des Angriffs in Isfahan. Der 31 Sekunden lange Videoclip zeigt eine Reihe von Explosionen. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass nach dem ursprünglichen Angriff dort gelagerte Munition explodierte. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine wollen um 14 Uhr MEZ bei einer Pressekonferenz im Pentagon über den Kriegsverlauf berichten.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

Source: n-tv.de