Teurer Diesel: Spediteure warnen vor steigenden Verbraucherpreisen

Der starke Anstieg der Dieselpreise belastet das Speditionsgewerbe erheblich. Seit Beginn des Irankriegs sei der Preis um rund 40 Cent je Liter gestiegen, sagte Dirk Engelhardt, Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Im Falle einer monatlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern und einem Verbrauch von 30 Litern je Kilometer ergeben sich für einen Lastkraftwagen demnach Mehrkosten von rund 1.200 Euro im Monat. Bei einer Flotte von 50 Fahrzeugen summiere sich dies auf mehr als 700.000 Euro im Jahr. „Dass dies früher oder später Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben könnte, ist naheliegend“, betonte Engelhardt.

Die Transportbranche fordert angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise kurzfristige staatliche Entlastungen. Nötig seien laut Engelhardt schnelle und unbürokratische Maßnahmen, um die Liquidität der Unternehmen zu sichern und Lieferketten aufrechtzuerhalten.

Gefordert wird unter anderem eine Dieselpreisbremse, um die Belastung der Betriebe zu begrenzen und Insolvenzen im Mittelstand zu verhindern. Denkbar seien zudem eine Erstattung der CO₂-Abgabe auf Diesel oder eine Aussetzung der CO₂-Komponente der Lkw-Maut. Entscheidend sei, dass die Maßnahmen zielgerichtet und direkt bei den Transportunternehmen ankommen.

Zur Absicherung gegen Preisschwankungen setzen viele Unternehmen dem BGL zufolge auf sogenannte Dieselfloater, das seien einzelvertraglich vereinbarte Preisgleitklauseln, die in beide Preis-Richtungen wirken. Diese griffen jedoch oft zeitverzögert und könnten die aktuellen Belastungen nur begrenzt abfedern. „Viele kleine Transportunternehmen hingegen verfügen erst gar nicht über derartige Absicherungsmechanismen – die Kosten schlagen dort unmittelbar durch“, machte BGL-Chef Engelhardt deutlich.