Teuerung zusammen mit 1,9 Prozent: Was die Inflation zuletzt gelenkt hat
Die Inflation hat sich in Deutschland leicht abgeschwächt. Vor allem die Preise für Dienstleistungen wie das Deutschlandticket sind aber gestiegen. Und der Iran-Krieg schürt Ängste, dass die Inflation wieder steigen könnte.
Dienstleistungen sind seit Monaten ein Preistreiber in Deutschland. Sie verteuerten sich im Februar wie im Januar um 3,2 Prozent überdurchschnittlich. Allein die Preise für kombinierte Personenbeförderung stiegen im Februar um mehr als sechs Prozent – vor allem, weil das Deutschlandticket zum Jahresbeginn teurer wurde.
Der Preis für das Ticket, das zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs überall in Deutschland berechtigt, liegt mittlerweile bei 63 Euro monatlich – nachdem es im Mai 2023 ursprünglich einmal für neun Euro eingeführt worden war.
Hohe Kosten für Reparatur und Wartung
Und auch die Kosten für das eigene Auto sind im Februar erneut nach oben gegangen: Die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen stiegen im Februar um fünf Prozent. Deshalb kann sich ein Preisvergleich lohnen.
Eine aktuelle Stichprobe des ADAC zu Preisen für Kundendienste und Inspektionen zeigte, dass im Radius von 60 Kilometern um Großstädte Werkstätten zum Teil deutlich niedrigere Preise veranschlagten als die gleichen Markenwerkstätten in der Stadt.
Butter erst billiger, nun wieder teurer
Teurer geworden sind im Februar erneut auch Gaststättendienstleistungen, die 3,4 Prozent mehr kosteten. Der Preisauftrieb bei Lebensmitteln ließ im Februar derweil deutlich nach und betrug im Jahresvergleich 1,1 Prozent. Günstiger wurden insbesondere Speisefette und Speiseöle, die sich insgesamt um fast 20 Prozent verbilligten.
Besonders deutlich war der Rückgang bei Butter, die im Februar 32,9 Prozent weniger kostete als im Jahr zuvor. Bei Butter hatte es zuletzt große Preisschwankungen gegeben. Ab Oktober 2024 mussten Kunden für das günstigste Päckchen der Eigenmarken 2,39 Euro zahlen – so viel wie noch nie. Zu Jahresbeginn kostete ein 250-Gramm-Päckchen Deutscher Markenbutter der Eigenmarken 99 Cent.
Discounter erhöhen Preise
Allerdings steigen die Preise bereits wieder, Discounter und Supermärkte haben ihre Preise erhöht. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa unter großen Lebensmittelhändlern. Ein 250-Gramm-Päckchen Deutscher Markenbutter der Eigenmarken kostet jetzt 1,19 Euro. Aldi Nord und Lidl begründeten den Schritt auf Nachfrage mit steigenden Einkaufspreisen. Eine Sprecherin von Kaufland sagte: „Unsere Preisgestaltung orientiert sich unter anderem an der jeweiligen Marktsituation, am Wettbewerb sowie an Angebot und Nachfrage.“
Es gab aber auch Nahrungsmittel, die deutlich mehr kosteten als im Februar 2025, etwa Schokolade, Rindfleisch, Obst und frisches Gemüse. So stiegen Schokoladenpreise um mehr als 13 Prozent, Rind- und Kalbfleisch wurde sogar um mehr als 14 Prozent teurer.
Energie vor Iran-Krieg billig
Billiger wurde derweil Energie: Die Energiepreise sanken mit 1,9 Prozent sogar noch stärker als im Januar mit 1,7 Prozent. Erdgas war 4,4 Prozent günstiger, Strom 4,1 Prozent. Das sei unter anderem auf die zu Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen wie die Senkung der Netzentgelte und die Abschaffung der Gasspeicherumlage, hieß es vom Statistischen Bundesamt.
Kraftstoffe wurden im Februar nur um 0,3 Prozent teurer. Allerdings haben sich der Iran-Krieg und seine Folgen noch nicht auf die Verbraucherpreise ausgewirkt, betonte das Statistikamt. Längst ist der Krieg im Nahen Osten an den Zapfsäulen in Deutschland angekommen: Benzin und Diesel kosteten zuletzt mehr als zwei Euro pro Liter.
Aussichten von Dauer des Krieges abhängig
Die Sorge ist nun groß, dass der Iran-Krieg nicht nur kurzfristig die Öl- und Gaspreise nach oben treibt, sondern auch die Inflation. Sie war mit 1,9 Prozent im Februar wieder unter die Marke von zwei Prozent gesunken – damit bestätigte das Statistische Bundesamt heute seine erste Schätzung.
Wie die Entwicklung nun weitergeht, hängt nach Einschätzung von Ökonomen von der Dauer des Krieges ab. Bisher rechneten Volkswirte damit, dass die Inflationsrate in Deutschland im Gesamtjahr knapp über der Zwei-Prozent-Marke liegen wird.
Das könnte sich ändern, wenn der Iran-Krieg sich über Monate hinzieht und die Ölpreise längere Zeit erhöht bleiben. Denn das treibt die Kosten für Unternehmen und Verbraucher. Infolge des Iran-Kriegs könnten zudem die Lebensmittelpreise nach Einschätzung von Experten zumindest kurzfristig wieder stärker anziehen, weil Logistik und Energie teurer werden.
Source: tagesschau.de