Technologie: Nvidia stellt neue Chipgeneration zu Gunsten von KI-Anwendungen vor
Der US-Chipkonzern Nvidia hat den Start der Massenproduktion seiner nächsten Chipgeneration angekündigt. Die Chips der neuen Plattform namens Vera Rubin könnten im Vergleich zur Vorgängergeneration die fünffache Leistung bei KI-Anwendungen wie Chatbots liefern, sagte Firmenchef Jensen Huang auf der Technologiemesse CES in Las Vegas. Die neue Plattform, die aus sechs separaten Nvidia-Chips besteht, soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.
Um die Leistungssteigerung zu erzielen, nutzen die sogenannten Rubin-Chips Huang zufolge ein von Nvidia entwickeltes Datenformat. „Auf diese Weise konnten wir eine so gigantische Leistungssteigerung erzielen, obwohl wir nur die 1,6-fache Anzahl an Transistoren haben“, sagte Huang. Die Effizienz bei der Erzeugung sogenannter Token, der Grundeinheit von KI-Systemen, könne um das Zehnfache verbessert werden.
Zudem soll eine neue Speichertechnologie namens Context Memory Storage den Chatbots helfen, bei langen Unterhaltungen schnellere Antworten zu geben. Zu den ersten Abnehmern der neuen Systeme soll der Cloud-Anbieter CoreWeave gehören. Nvidia erwartet zudem, dass auch Microsoft, Oracle, Amazon und Google die Technologie einsetzen werden.
Chips von Nvidia wurden in den vergangenen Jahren zu einer Schlüsseltechnologie für Anwendungen mit künstlicher Intelligenz. Mit der neuen Generation reagiert Nvidia auf den zunehmenden Wettbewerb durch Rivalen wie AMD und eigene Großkunden wie Google, die ebenfalls an eigenen KI-Chips arbeiten.
Nvidia plant Software für selbstfahrende Autos
Huang kündigte zudem eine neue Software für selbstfahrende Autos an. Diese solle samt den zugehörigen Trainingsdaten als Open Source veröffentlicht werden, damit Autohersteller die Funktionsweise nachvollziehen können. Huang versprach Autos mit künstlicher Intelligenz, die Verkehrssituationen wie ein Mensch am Steuer analysieren und Entscheidungen treffen. Zwischen 2028 und 2030 will Nvidia die Technologie auch in Privatfahrzeuge einführen.
Schon im kommenden Jahr soll gemeinsam mit einem Partner ein Robotaxidienst auf Basis der Technik des Konzerns aufgebaut werden. Bei den Robotaxis will Nvidia auch Laser-Radar einsetzen, um das Umfeld des Fahrzeugs abzutasten. Tesla-Chef Elon Musk ist damit weiterhin allein mit seinem Plan, für selbstfahrende Autos ausschließlich Kameras zu nutzen.
Bei der Technikmesse in Las Vegas präsentierte sich auch weitere Konkurrenz. Das Unternehmen Uber zeigte Elektroautos des Tesla-Herausforderers Lucid, die im Laufe dieses Jahres als Robotaxis bei San Francisco eingesetzt werden sollen. Die Wagen mit einem markanten Aufbau auf dem Dach werden von Software der Entwicklerfirma Nuro gesteuert. Bereits auf der Straße in Las Vegas sind selbstfahrende Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale der Amazon-Tochterfirma Zoox.