Tausende Widerspruch erheben in Köln gegen „patriarchale Gewalt“

Erst Hamburg, nur auch Nordrhein-Westfalen: In Köln gab es eine Demonstration gegen sexualisierte Gewalt. Mehrere Tausend Menschen kamen, sie forderten mehr Schutz für Frauen und Präventionsarbeit.

Zahlreiche Menschen sind in Köln gegen sexuelle Gewalt auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich 5200 Demonstranten in der Domstadt. Die Kundgebung unter dem Motto „Gegen Patriarchale Gewalt“ begann am Rudolfplatz und bewegte sich über die Ringe in Richtung Chlodwigplatz. Die Organisatoren fordern mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt und stärkere Präventionsmaßnahmen.

Auf Plakaten forderten die Demonstranten Solidarität mit Betroffenen und die Einführung des Grundsatzes „Nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht. Damit wären sexuelle Handlungen ohne klare Einwilligung strafbar.

Hintergrund für den Protest: Die Ex-Frau von Christian Ulmen, die Moderatorin Collien Fernandes, wirft dem Schauspieler im „Spiegel“ vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Das Nachrichtenmagazin zitiert Fernandes mit: „Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut.“

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Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt kündigte am Freitagabend, gerichtliche Schritte gegen den „Spiegel“ an. „Kernpunkte“ der Berichterstattung seien „nachweislich unvollständig und falsch“, erklärte Christian Schertz am Freitagabend in Berlin. Er betonte zudem: „Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“.

Zuletzt gab es bereits Demonstrationen gegen digitale Gewalt, unter anderem in Hamburg, wo Fernandes selbst mit schusssicherer Weste auftrat. Die Schauspielerin hatte zuvor von Morddrohungen berichtet.

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Die Polizei sprach von 17.000 Teilnehmern in Hamburg. „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln“, war auf vielen selbstgemalten Plakaten zu lesen. Die Aktion am Rathausmarkt wurde unter anderem von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der Kolumnistin Alexandra Zykunov unterstützt.

dpa/epd/krott/sebe

Source: welt.de