Tausende in Nordrhein-Westfalen feiern Tod von Irans Chamenei
Auf diesen Tag hatten viele Exil-Iraner gewartet: Das Staatsoberhaupt des Iran, Ali Chamenei, ist bei den Angriffen der amerikanischen und israelischen Armee getötet worden. Bei Demos unter anderem in Düsseldorf und Köln wurde das von Tausenden gefeiert.
Die Menschen tanzen und lachen, sie liegen sich in den Armen. Volksfeststimmung bei der Großdemo in Düsseldorf, nahe des Hauptbahnhofs, dazu ein Fahnenmeer in grün, weiß und rot – den iranischen Nationalfarben. „Man muss sich doch nur umschauen, um zu verstehen, was in den Menschen gerade vor sich geht“, sagt ein älterer Mann. „Er hat Tausende Iraner töten lassen.“
Exil-Iraner feiern in Düsseldorf
Spontane Freude über den Tod Ali Chameneis
Ein Wort, das an diesem Nachmittag immer wieder fällt: Befreiung. „Wir sind alle froh“, erzählt ein Mann aus Mönchengladbach. „Ich lebe seit 42 Jahren in Deutschland und bin nur einmal in den Iran gereist.“ Aus Angst vor den Mullahs. Jetzt hofft er, dass er seine Familie in der alten Heimat häufiger besuchen kann, wenn der Krieg vorbei ist.
Mit 3.500 Teilnehmenden hatte der Veranstalter gerechnet, noch vor den Ereignissen vom Samstag. Über 6.000 sind es schließlich geworden. „Aber alles im Rahmen, keine besonderen Vorkommnisse“, so ein Polizeisprecher am Nachmittag. Jubelnd und singend ging es nach dem Auftakt in Bahnhofsnähe durch die Düsseldorfer City zur Abschlusskundgebung auf dem Burgplatz in der Altstadt.
Mehrere Iran-Demos auch in Köln
Auch in Köln herrschte ausgelassene Stimmung
Ähnlich ausgelassen wie in Düsseldorf war auch die Stimmung in Köln, wo gleich mehrere Kundgebungen stattfanden – darunter auf dem Neumarkt mit etwa 1.000 Teilnehmenden.
Marianne aus Köln
„Ich freue mich, dass die Welt sieht, dass wir nicht die Islamische Republik sind“, sagt Marianne aus Köln. Es sei schön, dass dieser Mörder, dieser Terrorist, endlich weg ist. Sie sei seit 40 Jahren nicht mehr im Iran gewesen. „Vielleicht besteht jetzt die Möglichkeit, dass ich auch wieder zurück kann. Aber in erster Linie geht es mir um die Menschen vor Ort“, so Marianne.
Soheila aus Köln
Auch Soheila aus Köln ist zur Demo am Neumarkt gekommen, um den Tod von Ali Chamenei zu feiern. „Wir haben auf diesen Moment seit 47 Jahren gewartet und jetzt ist endlich dieser Diktator tot.“ Die Menschen im Iran seien jetzt optimistisch: „Wir hoffen, dass das Regime jetzt vorbei ist.“ Dann würde auch sie ihre Heimat und die Freunde und Verwandten vor Ort wieder besuchen, sagt Soheila.
Laut Polizei gab es bis zum Nachmittag keine Probleme. Im Laufe des Abends lösten sich die Aufzüge und Kundgebungen auf.
Unsere Quellen:
- Reporter in Düsseldorf
- Reporter in Köln
Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuelle Stunde, 01.03.2026, 18:45 Uhr
Sendung: WDR 2 Nachrichten, 01.03.2026, 15 Uhr
Source: tagesschau.de