„Tatort: Showtime“ mit Max Giermann: Vom Comedian zum Krimi-Bösewicht






Im Kölner „Tatort: Showtime“ beweist Comedy-Star Max Giermann, dass er auch im ernsten Fach eine starke Figur macht.

Max Giermann (50) ist ein Mann der tausend Gesichter. Stefan Raab, Dieter Bohlen, Donald Trump, Karl Lagerfeld – wer auch immer dran glauben musste, Giermann hat ihn schon imitiert, meistens so treffend, dass das Original danach ein bisschen kleiner wirkte. Aber was kann der Schauspieler dahinter noch? Im Kölner „Tatort: Showtime“ (12.4., 20:15 Uhr, das Erste) bekommt das Publikum eine Antwort – und die fällt überraschend eindeutig aus.



Giermann spielt Frank Anders, das strahlende Gesicht der Kultkindersendung „Sachen und Lachen“. Auf dem Bildschirm: charmant, nah an den Kindern, eine Institution. Im Studio: kontrollierend, aufbrausend, ein Mensch, der seinen Machtradius mit Präzision auslotet. Giermann spielt das nicht mit dem Holzhammer, sondern mit feiner Hand – und genau das macht die Figur so unangenehm glaubwürdig.

Der lange Weg vom Clown zum Charakterdarsteller

Wer Giermanns Werdegang kennt, wundert sich nicht, dass er diese Tiefe abrufen kann. Der 1975 in Freiburg im Breisgau geborene Schauspieler hat an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin studiert und anschließend an mehreren deutschsprachigen Bühnen gespielt – in Essen, Bonn, Aalen, Wien. Klassiker wie Schiller und Hauptmann standen auf dem Programm, Regie führte er später selbst.


Seine Comedy-Karriere, die ihn ab 2004 bekannt machte, nahm mit „Frei Schnauze XXL“ (RTL) ab 2005 und „Switch reloaded“ (ProSieben) ab 2007 Fahrt auf. Er wurde nicht nur einem breiten Publikum vertraut, sondern sammelte mit den Ensembles renommierte Auszeichnungen wie den Deutschen Fernsehpreis, die Romy, viermal den Deutschen Comedypreis, darunter einmal als „Bester Schauspieler“, und schließlich sogar den Grimme-Preis ein. 2021 gewann er die zweite Staffel von „LOL: Last One Laughing“ – und war damit lustiger und zugleich ernster als seine Mitstreiter.

Krimi-Regisseurin Isabell Suba: „Comedy-Wunderwaffe“

Dass ausgerechnet Giermann für die Rolle des Frank Anders verpflichtet wurde, war kein Zufall. Regisseurin Isabell Šuba – für die „Showtime“ ihr erster „Tatort“ ist – schrieb auf Instagram über die Besetzung und nannte Giermann dabei eine „Comedy-Wunderwaffe“. Šuba hat mit diesem Film ein Ensemblestück geschaffen, in dem Giermann als Gegenpol zu den bodenständigen Ermittlern Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, 66) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, 65) glänzt. „Sie mit ihrer albernen Good-Cop-/Bad-Cop-Nummer – nicht mit mir“, pampt er die beiden an und am Schluss bekommt auch das Publikum sein Fett weg…




Köln, Freiburg, und ein guter Wein

Privat hat der seit 2012 verheiratete Giermann zuletzt eine Kurskorrektur vorgenommen. Nach Jahren in Köln zog er Anfang 2024 zurück in seine Geburtsstadt Freiburg im Breisgau. Dort hat er inzwischen auch eine Wein-Edition auf den Markt gebracht – gemeinsam mit einem befreundeten Winzer entstand die Kollektion „Gier“, die Gutedel, Spätburgunder, Rosé und Crémant umfasst. Doch damit nicht genug Giermann malt seit einigen Jahren auch – Ausstellungen seiner „üppigen und großformatigen Bilder“ hatte er zuletzt in Ulm und 2025 in Dresden, wie unter anderem „Neustadt-ticker.de“ berichtete.

Max Giermann ist ein Künstler, der immer schwerer in eine Schublade zu stecken ist – was sein Auftritt im „Tatort: Showtime“ beweist.

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Source: stern.de