„Tanzende Idioten“ von Thorsten Lensing: Was vererben wir gen Erden?

Der deutsche Regisseur Thorsten Lensing ist ein Theaterprinzipal ohne eigene Bühne. Alle paar Jahre bringt er mit einem kleinen, aber erstklassigen Tournee-Ensemble ein Stück heraus, in dem es um alles geht. Je sparsamer die Theatermittel sind, die er einsetzt, desto größer ist die Aufmerksamkeit, die er erregt. Jede Lensing-Premiere wird als Ereignis gefeiert – und reist dann durch die Lande.   

In seinem neuen Stück Tanzende Idioten, das jetzt im Haus der Berliner Festspiele uraufgeführt wurde, gibt es eine Szene, die auf dem Mond spielt. In ihr heißt es, es sei Unsinn, über die Raumfahrt zu sagen, nun erobere der Mensch das Weltall – schließlich sei er immer schon im Weltall gewesen. Und so sieht Lensing die Menschen: als Sternenstaub, Funken im All. Seine Figuren werden vom Regisseur vor den schwarzen Hintergrund des Universums gehalten. Sie sind dem Abgrund ausgeliefert, in den sie stürzen werden. Aber wenn die Sonne sie erfasst, glühen sie auf.