Tanker wird zur Umweltgefahr: Russisches Geisterschiff treibt führerlos im Mittelmeer
Tanker wird zur UmweltgefahrRussisches Geisterschiff treibt führerlos im Mittelmeer
02.04.2026, 09:49 Uhr
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Ein Wrack mit brisanter Ladung treibt unkontrolliert im zentralen Mittelmeer. Ursprünglich sollte Libyen das Schiff sichern, doch die zuständigen Behörden haben die Bergungsaktion abgebrochen. Das havarierte Schiff gehört offenbar zu Russlands Schattenflotte.
Ein schwer beschädigter Flüssiggastanker treibt führungslos im zentralen Mittelmeer – und wirft Fragen zur Verantwortung für eine mögliche Umweltkatastrophe auf. Nach Angaben von Schiffsverfolgungsdiensten und regionalen Medien haben libysche Behörden das Schiff „Arctic Metagaz“ weit vor die Küste geschleppt und dort zurückgelassen.
Der Tanker liegt nun rund 105 Seemeilen nordnordöstlich der libyschen Stadt Misrata, in der Nähe Maltas, wie die Branchen-Plattform „gCapitain“ berichtet. Ursprünglich sollte das havarierte Schiff demnach in einen libyschen Hafen gebracht werden, um die verbliebene Ladung kontrolliert zu entladen. Doch dazu kam es nicht.
Die „Arctic Metagaz“, ein Flüssiggastanker mit Verbindungen zu Russland, war Anfang März durch Explosionen und ein Feuer schwer beschädigt worden. Die Besatzung wurde in Sicherheit gebracht, seitdem treibt das Schiff unbemannt auf See. Westliche Behörden zählen den Tanker zur sogenannten „Schattenflotte“ Russlands, die häufig unter intransparenten Bedingungen operiert.
Libyen gibt Bergungsarbeiten auf
Libysche Stellen hatten zunächst angekündigt, das Schiff zu sichern, um eine Umweltgefahr abzuwenden. Ziel war es, die Ladung aus Flüssiggas und Treibstoff kontrolliert zu entfernen und die Infrastruktur vor der Küste zu schützen.
Die jüngsten Entwicklungen deuten jedoch auf eine Kehrtwende des Landes hin. Medienberichte zufolge wurde das Schleppseil inzwischen gekappt, die meisten Schlepper und Begleitschiffe sind in die Häfen zurückgekehrt. Der Tanker treibt damit unkontrolliert in internationalen Gewässern. Eine offizielle Stellungnahme der libyschen Behörde gibt es bislang nicht.
Risiko steigt mit Wetterlage
Die Situation könnte sich in den kommenden Tagen weiter zuspitzen. Wetterprognosen sagen eine Verschlechterung der Bedingungen im zentralen Mittelmeer voraus. Bilder zeigen das Schiff bereits deutlich geneigt, das Heck liegt gefährlich nah an der Wasseroberfläche – ein Hinweis auf zunehmenden Wassereinbruch.
Analysten vermuten, dass das tagelange Schleppen die Struktur des beschädigten Tankers zusätzlich geschwächt haben könnte. Sollte das Schiff sinken, droht eine Freisetzung von Schadstoffen. Mit der Verlagerung des Tankers weit hinaus auf See hat Libyen zwar das unmittelbare Risiko für die eigene Küste reduziert. Gleichzeitig bleibt jedoch ungeklärt, wer für die Sicherung oder Bergung des Schiffs verantwortlich ist.
Source: n-tv.de