Syrien : Mindestens vier Tote zusammen mit Ringen in Aleppo

Bei gewaltsamen Kämpfen in der nordsyrischen Stadt Aleppo sind mindestens vier Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Drei der Getöteten waren Zivilisten, der vierte ein Soldat der Armee, wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA berichtete. Die syrische Regierung und die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) geben sich gegenseitig die Schuld für die Gewalt.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen lokalen Beamten berichtet, sollen die Kämpfe in den Stadtteilen Sheikh Maqsoud und Ashrafieh nach einer kurzen Pause wieder aufgeflammt sein. Demnach stehe man mit der Regierung in Damaskus in Kontakt, um die Gewalt zu beenden. Dem Bericht zufolge soll die Regierung mutmaßlich Raketen, Artilleriegeschosse und Panzer eingesetzt haben.

Schulen, Universitäten und Regierungsbehörden bleiben am Mittwoch geschlossen

Das syrische Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, die SDF habe die „Eskalation“ fortgesetzt, indem sie Stellungen der Armee und Wohngebiete in Aleppo angegriffen habe. Die SDF wies jedoch jede Verantwortung zurück und sprach davon, dass die Opfer durch wahllosen Artillerie- und Raketenbeschuss von mit der Regierung in Damaskus verbündeten Fraktionen gestorben seien.

Laut dem Gouverneur von Aleppo, Azzam al-Gharib, werden Schulen, Universitäten und Regierungsbehörden aufgrund der Lage am Mittwoch alle Aktivitäten einstellen. Auch die syrische Zivilluftfahrtbehörde teilte mit, den Flugverkehr zum und vom Flughafen Aleppo ab Dienstag für 24 Stunden einzustellen. Sie kündigte an, planmäßige Flüge zum Flughafen in der syrischen Hauptstadt umzuleiten, bis die erforderlichen Bewertungen abgeschlossen seien.

SDF sollte ins syrische Militär übergehen

Die Zusammenstöße in Aleppo sind die jüngsten in einer Reihe von Konflikten. So hat es in Sheikh Maqsoud und dem ebenfalls mehrheitlich kurdischen Viertel Ashrafieh in den vergangenen Monaten immer wieder Kämpfe gegeben. Ende Dezember hatten sich die syrischen Regierungstruppen und die SDF nach erneuten Zusammenstößen auf eine Deeskalation geeinigt. Beamten versuchen, eine Einigung zu erreichen, um die tiefsten verbleibenden Spaltungen in Syrien durch die Fusion der von den USA unterstützten SDF mit der Zentralregierung zu überwinden.

Die syrische Regierung des Interimspräsidenten Ahmed al-Scharaa hatte im März ein Abkommen mit den SDF unterzeichnet. Diese sollten bis Ende des vergangenen Jahres in das syrische Militär übergehen. Doch beide Seiten haben kaum Fortschritte erzielt und beschuldigen sich gegenseitig, die Umsetzung zu verzögern oder in böser Absicht zu handeln. 

Die SDF kontrollieren einen Großteil des Nordostens von Syrien und bestehen aus zehntausenden Kämpfern. Sie sind seit Jahren der wichtigste Partner der USA in Syrien im Kampf gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“. Die Türkei hingegen betrachtet die SDF als Terrororganisation.