Sustain-Spezial: Sustainable Styling mit Party-Stimmung

Secondhand-Mode für kleines Budget

Für sie sind Temu und Shein, aber auch H&M und Zara absolut tabu. Wer ein kleineres Budget hat, wird mit Secondhand-Mode bedient. Mit ihrem besonderen Service „Stylistin auf der Schulter“ betreut sie die Kundinnen nach der Erstberatung weiter, auch online. Sie kann sich vorstellen, auch konventionelle Modehäuser zu beraten, wenn diese „ein gutes Sortiment an Fair Fashion-Brands haben. Dann bringen wir ergänzend Secondhand-Labels mit, und die Händler können gleichzeitig diesen Service mit uns testen“, sagt die Designerin. Dudenhöffer hat eine Liste mit etwa 250 Brands, die sie empfiehlt, und die stetig wachse.

Inzwischen sieht sie es immer mehr als ihre Mission, auch im breiten Markt dabei zu helfen, den Attitude-Behaviour-Gap zu schließen. Denkbar wären beispielsweise Beratungs-Events bei regionalen Platzhirschen, deren Stammkunden ihre Kleidung mitbringen, die sie nicht mehr tragen. Dort wird dann gemeinsam sondiert, was nur neu gestylt, upgecycelt oder an andere Kunden weitergegeben werden kann.

Klar sei das alles auch eine Frage des Geldes. Das ist ein großes Thema, auch bei den Befragungen vor dem ersten Termin. Da wird gecheckt, was die Kundin monatlich für Mode ausgibt und welche Fair Fashion-Brands sie schon kennt. Die Ergebnisse variieren von Stadt zu Stadt.

Die Münchnerin kommt im Schnitt mit einem Budget von 800 Euro und kennt nur Armedangels und Hessnatur. Die Hamburgerin plant fürs Styling bis zu 1000 Euro ein. Sie kauft viel Lanius, Recolution und Jan’n June. Die Düsseldorferin, die monatlich für 150 bis 500 Euro shoppt, kennt außerdem Thinking Mu, Dawn Denim, Veja, Ecoalf und Patagonia. Stuttgarterinnen kaufen gern Secondhand, bei Karlsruherinnen hängt vor allem Armedangels im Kleiderschrank, genauso wie bei den Berlinerinnen, die zwischen 500 und 1500 Euro einplanen und zudem Veja und Rotholz lieben.

So etwas fragen die Stylistinnen vor den Events ab. Eingeladen wird vorzugsweise für samstags, aber auch der Freitagnachmittag laufe gut, deutlich besser als der Abend. „Wir arbeiten bei laufendem Geschäftsbetrieb, damit wir die Laufkundschaft mitnehmen.“ Denn die sei deutlich interessierter, wenn sie direkt angesprochen werde. „Auf die Leute zugehen, das ist der Schlüssel“, haben ihre Stylistinnen gemerkt.