Sudan: Militärchef im Sudan lehnt Vermittlervorschlag ab
Der Militärchef im Sudan
hat einen von den USA und anderen Vermittlern eingebrachten Vorschlag
für eine Waffenruhe abgelehnt. General Abdel
Fattah al-Burhan bezeichnete den Vorstoß in einem Video als „das bislang schlimmste Dokument“. Der Vorschlag sehe die Auflösung des Militärs sowie von Sicherheitsbehörden vor, während die paramilitärische Miliz Rapid Surport Forces (RSF) bestehen bleibe, sagte al-Burhan. „Wenn die Vermittlung in
diese Richtung weitergeht, werden wir sie als voreingenommene
Vermittlung betrachten.“
Bei den Vermittlern handelt es sich neben den
USA um Saudi-Arabien, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Nach Angaben eines Beraters der USA für afrikanische Angelegenheiten,
Massad Boulos, sieht der Vorschlag eine drei Monate lange humanitäre
Feuerpause vor. Danach soll es einen neun Monate langen
politischen Prozess geben. Die RSF haben der Feuerpause zugestimmt. Sie
werden für Gräueltaten unter anderem in der Stadt Al-Faschir
verantwortlich gemacht.
Seit April 2023 kämpfen im Sudan das Militär und die einflussreiche Truppe der RSF gegeneinander. Zuvor war ein Machtkampf der beiden Konfliktparteien eskaliert. Die Kämpfe haben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mindestens 40.000 Menschen das Leben gekostet und etwa zwölf Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Hilfsorganisationen nehmen an, dass die tatsächliche Opferzahl um ein Vielfaches höher sein könnte.
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.