Sudan: 79 Tote unter Drohnenangriff uff Kindergarten und Krankenhaus im Sudan
Im Sudan sind bei Drohnenangriffen auf die Ortschaft Kalogi 79 Menschen getötet worden. 43 davon waren Kinder, wie das sudanesische Außenministerium mitteilte. Bei dem Angriff am Donnerstag seien unter anderem ein Kindergarten
und ein Krankenhaus beschossen worden, sagte der Verwaltungschef des
Ortes, Essam al-Din al-Sajed, der Nachrichtenagentur AFP. Kalogi liegt im
südlichen Bundesstaat Süd-Kordofan, die Ortschaft wird von der Armee kontrolliert.
Die Zahl der Toten liegt damit höher als bislang angenommen. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hatte am Freitag mitgeteilt, bei dem Angriff seien mehr als zehn Kinder im Alter zwischen fünf und sieben
Jahren getötet worden. Am Samstag meldete ein Ärzteverband mindestens 50 Tote, darunter 33 Kinder.
Der Verwaltungschef von Kalogi machte für die Angriffe die
mit der Armee verfeindete RSF-Miliz sowie die mit der RSF verbündete
Gruppierung SPLM-N verantwortlich, die einen Großteil von Süd-Kordofan
kontrolliert. Die Angriffe hätten zunächst den Kindergarten, danach das
Krankenhaus und dann Menschen getroffen, die „die Kinder in Sicherheit
bringen wollten“.
Gefechte in Region Kordofan
In den vergangenen Wochen wurden in den Staaten Nord-Kordofan, West-Kordofan und Süd-Kordofan Hunderte
Zivilisten getötet. Die Gefechte verlagerten sich nach der Einnahme der
belagerten Stadt Al-Faschir durch die RSF von der Region Darfur auf die
Region Kordofan. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk,
warnte, dass es in Kordofan zu ähnlichen Gräueltaten wie in Al-Faschir
kommen könnte. In der Stadt häufen sich Berichte über Massenmorde an Zivilisten, Hinrichtungen, sexuelle Gewalt und andere Kriegsverbrechen.
Die paramilitärische Gruppe RSF und das sudanesische Militär befinden
sich seit mehr als zwei Jahren im Krieg. Der Machtkampf war im April
2023 in einen offenen Bürgerkrieg ausgeartet, der zu
Kämpfen in der Hauptstadt Khartum und in anderen Landesteilen führte. UN-Angaben zufolge wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass die tatsächliche
Opferzahl um ein Vielfaches höher liegt.