Stromausfall in Südberlin: „Krass, wie abhängig wir sind“

Noch vor Sonnenaufgang, um kurz nach 6 Uhr, packt Eckhard Rehling seine Zahnbürsten in den Rucksack und verlässt die Sporthalle im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Für eine Nacht war die Halle seine Unterkunft. Von ehrenamtlichen Helfern des Roten Kreuzes hat er Müsliriegel bekommen und ein Feldbett, auf dem er keine Sekunde geschlafen habe. Aber gerade ist ihm das egal. „Hauptsache es ist warm“, sagt Rehling. 

Der 72-Jährige ist mit seinem Mann in einer der drei Notunterkünfte untergekommen, die die Berliner Behörden für Anwohner bereitstellen, die seit Samstagmorgen keinen Strom haben. Betroffen sind mehr als 45.000 Haushalte im Südwesten der Hauptstadt, darunter die recht wohlhabenden Ortsteile Nikolassee, Steglitz-Zehlendorf, Lichterfelde – und Wannsee, wo Rehling wohnt.