Streit um Glyphosat: Milliardenschwerer Glyphosat-Vergleich belastet Bayer weiter
Wegen der milliardenschweren Belastungen aus den Rechtsstreitigkeiten
um Glyphosat hat der Pharmakonzern Bayer im vergangenen Jahr starke Verluste verzeichnet. Unter
dem Strich stand 2025 ein Minus von 3,62
Milliarden Euro nach einem Verlust von 2,55 Milliarden im
Vorjahr, wie das
Unternehmen in Leverkusen mitteilte. Grund dafür waren vor
allem Sonderaufwendungen für Rechtsfälle
von gut sechs Milliarden Euro.
Das um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis sank um 4,5 Prozent auf 9,67
Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt 9,61 Milliarden erwartet. Der
Konzernumsatz fiel um gut zwei Prozent auf 45,58 Milliarden Euro,
währungsbereinigt ein Plus von 1,1 Prozent.
Mitte Februar hatte Bayer mitgeteilt, die jahrelangen juristischen
Auseinandersetzungen um den Unkrautvernichter der Tochter Monsanto mit einem
großangelegten Vergleich zu beenden. Nach Angaben des Bayer-Konzerns sollen die
Zahlungen für den Sammelvergleich bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar (6,13
Milliarden Euro) betragen und über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren
ausgezahlt werden.
Zahlreiche Klagen seit Monsanto-Übernahme
Für das laufende Jahr rechnet Bayer währungsbereinigt mit
einem Umsatz von 45 bis 47
Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen von 9,6
bis 10,1 Milliarden Euro. Der Barmittelzufluss dürfte jedoch wegen
Auszahlungen für die Rechtsstreitigkeiten mit rund fünf
Milliarden Euro stark belastet werden und mit minus 1,5 bis
minus 2,5 Milliarden Euro negativ ausfallen. Die Aktionäre
sollen für 2025 erneut nur die gesetzliche Mindestdividende von
elf Cent je Aktie erhalten. „Es gibt starke Anzeichen für Fortschritt, wir arbeiten aber
noch an unserem umfassenden Turnaround“, sagte Vorstandschef
Bill Anderson.
Der Chemiekonzern hatte das umstrittene US-Unternehmen Monsanto 2018 für 66
Milliarden US-Dollar (56 Milliarden Euro) übernommen.
Hintergrund des
Streits sind mutmaßliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup,
eines Monsanto-Produkts, welches das umstrittene Wirkmittel Glyphosat enthält. Seit der Übernahme des US-Unternehmens ist Bayer für die
Beilegung des Rechtsstreits verantwortlich. Monsanto hat seitdem bereits
zehn Milliarden US-Dollar für Vergleiche an Zehntausende Kläger
gezahlt.