Straße von Hormus: Iran droht USA wegen Seeblockade mit Vergeltung

Der Iran hat den USA wegen der anhaltenden Seeblockade in der Straße von Hormus mit Vergeltung gedroht. Die Blockade, die Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel betrifft, stelle einen »Verstoß gegen die Waffenruhe« dar und werde »eine angemessene Reaktion des Irans zur Folge haben«, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.

Zuvor hatte Irans Führung die Straße von Hormus für wieder befahrbar erklärt, nachdem sich Israel mit der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon auf eine Waffenruhe geeinigt hatte. Handelsschiffen und Öltankern sei die Durchfahrt wieder erlaubt.

US-Präsident Donald Trump aber verkündete seinerseits, das US-Militär werde seine Seeblockade der Meerenge »bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran« aufrechterhalten. Seit Montagnachmittag hindern die USA Ölschiffe daran, iranische Häfen anzulaufen oder von diesen aus starten. Laut Trump sollen die Verhandlungen mit dem Iran dieses Wochenende fortgesetzt werden. Es gebe aus seiner Sicht nicht mehr viele bedeutende Differenzen.

Iran spricht von »Piraterie und Diebstahl auf See«

Der Kommandeur der iranischen Marine kritisierte die anhaltende Seeblockade der USA. Die Blockade komme
»Piraterie und Diebstahl auf See« gleich, zitierte die mit der
iranischen Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan den iranischen Marinechef Schahram Irani. 

Unterdessen äußerten iranische Medien Zweifel an der Legitimität der Öffnung der Meerenge. Die Nachrichtenagentur Fars, die der mächtigen Revolutionsgarde nahestehen soll, verurteilte in einem Beitrag auf der Plattform X das »seltsame Schweigen des Obersten Nationalen Sicherheitsrats und des Verhandlungsteams«. 

Die Entscheidung zur Öffnung der Wasserstraße bedürfe einer »Klärung« und erfordere die Zustimmung des Obersten Führers, Modschtaba Chamenei, schrieb die Nachrichtenagentur Mehr. Chamenei soll bei der Tötung seines Vaters und Vorgängers Ali Chamenei Ende Februar aber verletzt worden sein und ist seitdem nicht öffentlich aufgetreten. Eigentlich hätte er in seiner Funktion das letzte Wort in allen wichtigen Staatsangelegenheiten. Seit Kurzem fungiert der Sicherheitsrat im Iran de facto als oberstes Entscheidungsgremium des Landes.