Straße von Hormus im Fokus von Krieg und Gesprächen
Bewegung in der Straße von Hormus: Laut den USA haben zwei Kriegsschiffe die Meerenge passiert – um Seeminen zu beseitigen. Bei den Gesprächen in Islamabad ist die seit Wochen versperrte Schifffahrtsroute ein Hauptstreitpunkt.
Seit die USA und Israel am 28. Februar ihre Angriffe auf Iran gestartet haben, ist die für die weltweiten Öl- und Gaslieferungen wichtige Straße von Hormus im Persischen Golf faktisch geschlossen. Nun haben nach US-Angaben zwei Kriegsschiffe der Marine die Meerenge durchquert. Wie das für den Nahen Osten zuständige Zentralkommande der US-Streitkräfte – Centcom – mitteilte, soll damit eine vollständige Räumung der Handelsstraße von Seeminen vorbereitet werden, die von der iranischen Revolutionsgarde gelegt worden seien.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor auf seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, dass das Militär damit begonnen habe, die Straße von Hormus „zu räumen“. Alle iranischen Minenlegerschiffe seien versenkt worden.
Laut Jonas Wixforth aus dem ARD-Studio Washington ist der Einsatz der Zerstörer in der Meerenge möglicherweise ein Versuch Trumps, militärisch Fakten zu schaffen. Eine Eskalation des Krieges könne er innenpolitisch kaum vertreten, da die Auseinandersetzung in den USA sehr unbeliebt sei und die Spritpreise – wie in Deutschland und vielen anderen Ländern auch – immer weiter steigen.
Iran warnt USA vor Durchquerung der Meerenge
Eine Bestätigung aus Teheran gibt es dazu bislang nicht. Vielmehr wurden im iranischen Staatsfernsehen US-Schiffe davor gewarnt, die Passage zu durchfahren – sonst würden sie angegriffen. Ein US-Militärschiff, das die Straße durchqueren wollte, sei zur Umkehr gezwungen worden, hieß es.
Direkte Gespräche stocken
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad laufen erste direkte Verhandlungen zwischen Vertretern der USA – unter ihnen Vizepräsident JD Vance – und aus Iran. Die Straße von Hormus ist dabei einer einer der Hauptstreitpunkte, die die Gespräche zwischen den Delegationen immer wieder ins Stocken bringen, wie US-amerikanische und iranische Medien berichten. Teheran möchte die komplette Kontrolle über die Meerenge. Die USA fordern ein Ende der Blockade. Die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von „überzogenen Forderungen“ der US-Seite.
Macron appelliert an Irans Führung
Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron meldete sich zu Wort. In einem Telefonat mit dem iranischen Staatschef Massud Peseschkian habe er die Bedeutung einer Deeskalation der Lage durch die Gespräche in Pakistan verdeutlicht, schrieb Macron auf X. „Ich habe betont, wie wichtig es ist, dass Iran die Freiheit der Schifffahrt und die Sicherheit in der Straße von Hormus so schnell wie möglich wiederherstellt.“
Er habe auch auf die uneingeschränkte Einhaltung des Waffenstillstands hingewiesen, der am vergangenen Mittwoch für zwei Wochen verkündet wurde, schrieb Macron. Diese solle auch im Libanon gelten.
Das fordert auch Iran: Israel soll das Bombardement auf den Libanon komplett einstellen. Für Israel und die USA ist der Libanon – von dem aus die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz angreift – aber nicht Teil der Waffenruhe. Das ist ein weiterer Hauptstreitpunkt auch der Gespräche in Islamabad. Der dritte ist die Urananreicherung Irans, die die USA und Israel verhindern wollen.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Source: tagesschau.de