Stiftung Warentest: Diese Fahrradschlösser sind insbesondere schwergewichtig zu knacken

Ein Viertel der Deutschen plant, innerhalb des nächsten Jahres ein Fahrrad oder Pedelec zu kaufen. Im Durchschnitt sind die Menschen bereit, dafür 1424 Euro zu zahlen. Das besagt eine Studie des Bundesverkehrsministeriums. Wer diese Summe für ein Fahrrad ausgibt, wird vermutlich auch beim Schloss nicht allzu sparsam sein (wollen).

Die Auswahl an Modellen ist dabei groß – mit einem Problem: Oftmals sind die verschiedenen Sicherheitsklassen der Anbieter der Fahrradschlösser untereinander nicht vergleichbar, wie die Stiftung Warentest erklärt.

In der Ausgabe 3/2025 des Verbrauchermagazins „test“ vergleicht die Stiftung Warentest insgesamt 91 Fahrradschlösser, davon 19 neue Schlösser, die zwischen September 2024 und Januar 2025 gekauft wurden.

Selbst mit Winkelschleifer schwer zu knacken

Wer es Fahrraddieben besonders schwer machen möchte, ist laut Stiftung Warentest mit einem Anti-Winkelschleifer-Schloss gut beraten. Diese Schlösser seien auch mit einem Winkelschleifer, auch als Flex bekannt, nicht leicht zu knacken. Stiftung Warentest hat in ihrem neusten Test drei besonders gute Anti-Winkelschleifer-Schlösser gefunden. Bei diesen Modellen seien sogar ein Trennscheiben- und Akkuwechsel des Winkelschleifers nötig gewesen. Dafür dürften die wenigsten Diebe Zeit haben.

Zu den drei Siegern gehört das neu getestete Abus Granit Extreme 2500. Das Bügelschloss wiegt 2,2 Kilogramm und erhält die Testnote „sehr gut“ (1,2). Sein „spezielles Wolf­ram-Carbid-Material“ mache es „sogar brutalen Dieben schwer“, zitiert die Stiftung Warentest den Hersteller. Der mittlere Onlinepreis liegt bei satten 292 Euro.

Sicheres Schloss für 169 Euro

Auch das Bügelschloss Hiplok D1000 zählt mit der Testnote 1,5 zu den Siegern. Es ist mit 1,9 Kilogramm etwas leichter als das Konkurrenzmodell von Abus. Allerdings mit einem mittleren Onlinepreis von 280 Euro ähnlich teuer. Es wurde erstmals im Frühjahr 2023 von Stiftung Warentest getestet.

Etwas günstiger kommt der dritte Testsieger daher: Das Litelok X1 hat einen mittleren Onlinepreis von 169 Euro. Es sei laut Anbieter das „leichteste Winkel­schleifer-sichere Fahr­radschloss der Welt“. Tatsächlich ist das Bügelschloss mit 1,7 Kilogramm etwas leichter als die anderen beiden Testsieger. Auch das Litelok X1 wurde 2023 zum ersten Mal getestet.

Wer nicht gleich über hundert Euro für ein Fahrradschloss ausgeben will, wird auch eine Preiskategorie tiefer fündig. Grundsätzlich unterscheidet Stiftung Warentest dabei drei Arten von Fahrradschlössern: Bügelschlösser (stabiler Metallbügel, aber unflexibler beim Anschließen), Faltschlösser (lassen sich kompakt zusammenfalten, werden aber schneller geknackt als Bügelschlösser) und Kettenschlösser (schwer zu knacken, aber oft höheres Gewicht). Für jede dieser Kategorien hat Stiftung Warentest einen Preis-Leistungs-Sieger gekürt.

Das sind die drei Preis-Leistungs-Sieger

Das Kettenschloss 920 Art3 von Decathlon kostet nur 60 Euro im Durchschnitt und wird im Testbericht als sehr aufbruchsicher beschrieben. Es erhält das Testurteil „gut“ (1,6). Einziger Nachteil: Das Schloss wiegt 3,2 Kilogramm.

Als Bügelschloss empfiehlt Stiftung Warentest das Trelock U4 Plus. Es sei recht sicher und wiege nur 0,9 Kilogramm. Es erhält die Testnote 2,0. Der mittlere Onlinepreis wird mit 58 Euro angegeben.

Sehr aufbruchsichere Faltschlösser gäbe es nicht, erklärt Stiftung Warentest. Aber als Preis-Leistungs-Sieger in dieser Kategorie gilt das Kryptonite Keeper 510. Es wiegt nur 0,9 Kilogramm und erhält die Note „gut“ (1,9). Der mittlere Onlinepreis liegt bei 67 Euro.

So wurde getestet

Stiftung Warentest prüft fortlaufend Fahrradschlösser. In diesen Test einbezogen wurden 91 Schlösser, die seit 2017 getestet wurden. Die Onlinepreise (ohne Versandkosten) bezieht Stiftung Warentest von Geizhals.de. Die Aufbruchsicherheit fließt dabei zu 70 Prozent ins Gesamturteil ein. Die Handhabung fließt mit 20 Prozent in die Wertung ein und die Haltbarkeit mit zehn Prozent. Bei den 2023 getesteten Schlössern flossen die Haltbarkeit und die Schadstoffe jeweils mit fünf Prozent ein. Alle weiteren Details finden Sie hier.