Stepstone-Gehaltsreport: Das verdienen Verkäufer im Modehandel

Der Stepstone-Gehaltsreport zeigt, dass Verkäuferinnen und Verkäufer verglichen mit anderen Berufsgruppen schlechter verdienen.

Wie hoch ist das Bruttomediangehalt in Deutschland? Welche Berufsgruppen und Branchen verdienen am meisten? Und in welchem Bundesland ist das Gehalt am höchsten, wo am niedrigsten? All diese Fragen beantwortet der Gehaltsreport des Stellenportals Stepstone.

Das Bruttomediangehalt beträgt hierzulande 53.900 Euro, das Bruttodurchschnittsgehalt beläuft sich auf 59.100 Euro. Auf die Höhe des Gehalts wirken sich mehrere Faktoren aus. Einer davon ist die Berufsgruppe. Ärzte und Ärztinnen verdienen mit einem Mediangehalt von 105.500 Euro beispielsweise fast doppelt so viel wie der Durchschnittsdeutsche. Davon sind die Berufsgruppen Lebensmittelproduktion (46.500 Euro), Büromanagement (47.250 Euro) sowie Verkauf und Handwerk (48.750 Euro), die am schlechtesten abschneiden, weit entfernt.

Bei der Auswertung differenziert Stepstone im Verkauf beispielhaft einige Branchen, darunter die Branche Textilien, Bekleidung und Lederwaren. Hier liegt das Bruttomediangehalt bei 45.750 Euro im Jahr. Besser schneiden die Branchen Handwerk (50.000 Euro) und Groß- und Einzelhandel (47.000 Euro) ab. Schlechter bezahlt wird in der Nahrungs- und Genussmittelbranche (45.000 Euro).
Welche Position Beschäftigte im Verkauf innehaben, wirkt sich auf den Verdienst aus. So erhalten Verkäuferinnen und Verkäufer im Mittel 37.750 Euro, während Filialleiter mit 54.500 Euro entlohnt werden. In kleinen Unternehmen mit maximal 50 Mitarbeitenden sind für Verkaufsmitarbeitende 45.250 Euro drin, in großen Betrieben mit über 5000 Angestellten können sie 54.000 Euro verdienen. Auch mit der Unternehmenszugehörigkeit steigt das Gehalt. Im Verkauf reicht die Spanne von 42.000 Euro im ersten bis zu 53.250 Euro im 25. Jahr.

Personalverantwortung schlägt Hochschulabschluss

Der Unterschied zwischen Akademikerinnen und Akademikern (51.750 Euro) und Beschäftigten ohne Hochschulabschluss (49.000 Euro) ist im Verkauf nicht so hoch wie im allgemeinen Vergleich. Während über alle Befragten hinweg Beschäftigte mit Hochschulabschluss ein Bruttomediangehalt von 68.250 Euro erhalten, verdienen Mitarbeitende ohne einen solchen Abschluss 51.200 Euro.

Einen größeren Einfluss hat die Personalverantwortung. Verkäuferinnen und Verkäufer ohne eine solche Verantwortung verdienen 42.000 Euro. Mitarbeitende mit Personalverantwortung werden mit 55.750 Euro entlohnt. In der Gesamtauswertung verdienen Angestellte mit Personalverantwortung im Median 62.000 Euro und damit 10.700 Euro mehr als Beschäftigte ohne Personalverantwortung.

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen ist im Verkauf größer als in der Gesamtauswertung. Der unbereinigte Gender Pay Gap liegt bei 12,2%, der bereinigte Wert bei 6,7%. Denn das Bruttomediangehalt von Verkäufern beläuft sich auf 51.250 Euro, das von Verkäuferinnen auf 45.000 Euro. Über alle Studienteilnehmer hinweg wurde für den unbereinigten Gender Pay Gap ein Wert von 9,7% ermittelt – damit ist er in diesem Jahr erstmals einstellig. Den bereinigten Gender Pay Gap gibt Stepstone mit 4,8% an. Zum Vergleich: Das Statistische Bundesamt hat für 2025 einen unbereinigten Gender Pay Gap von 16% sowie bereinigten Gender Pay Gap von 6% ermittelt, bezieht sich dabei aber auf den Verdienst pro Stunde.

Lücke zwischen Ost und West

Weitere Fakten: In Westdeutschland verdienen die Beschäftigten im Mittel 56.250 Euro pro Jahr, im Osten (ausgenommen Berlin) sind es 48.750 Euro. Das entspricht einer Differenz von 13%. Entsprechend landen die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (47.750 Euro), Sachsen-Anhalt (48.250 Euro) und Thüringen (48.500 Euro) auf den letzten Plätzen. Am höchsten sind die Mediangehälter in Hamburg (60.000 Euro), Baden-Württemberg (58.500 Euro) und Hessen (58.250 Euro).

Blickt man auf die Städte, ist das Bruttomediangehalt mit 64.750 Euro in München am höchsten. Fast genau im Bundesdurchschnitt liegt die nordrhein-westfälische Stadt Dormagen (54.000 Euro).

Weniger als die Hälfte aller Studienteilnehmer sind übrigens mit ihrem Gehalt zufrieden, sehr zufrieden sind gerade einmal 3,9%. Rund ein Drittel ist zufrieden. 47,5% geben an, dass sie unzufrieden sind. Sehr unzufrieden sind 16,1%.

Den gesamten Report können Sie hier herunterladen. 

Zur Methode

Von Januar 2022 bis November 2025 wurden 1.326.157 Vergütungsdaten erhoben und für den Anfang Januar erschienen Stepstone-Gehaltsreport 2026 ausgewertet. Die Daten beziehen sich dem Stellenportal zufolge auf das Bruttojahresgehalt bei einer standardisierten Wochenarbeitszeit von 40 Stunden inklusive Boni, Provisionen, Prämien etc. Die Auswertungen beziehen sich auf Angaben von Vollzeitbeschäftigten. Beteiligt haben sich 61% Männer und 34% Frauen. Personalverantwortung haben 27% der Befragten. Die Daten wurden von Stepstones Vergütungsberatern und -beraterinnen geprüft und gewichtet. Vom Unternehmen heißt es, dass die Angaben repräsentativ für die Erwerbsbevölkerung auf Bundes- und Landesebene nach den Kriterien Alter, Geschlecht, Hochschulabschluss, Firmengröße und Wirtschaftssektor sind.