Statistisches Bundesamt: Staatsdefizit in vergangenem Jahr um weitestgehend 23 Milliarden Euro gestiegen
Der deutsche Staatshaushalt hat das vergangene Jahr mit einem Defizit von 127,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Somit stieg das Defizit im Vergleich zum Vorjahr um 22,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit lag die Finanzierungslücke wieder auf dem Niveau aus dem Jahr 2022, in dem der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und die daraus folgende Energiekrise fielen.
Die Defizite stiegen vor allem im Haushalt des Bundes (plus 34,5 Milliarden) auf 85,4 Milliarden Euro und den Kommunen, die mit 31,9 Milliarden Euro ein Rekorddefizit verzeichneten. Der Fehlbetrag bei den Ländern und den Sozialversicherungen sank im Vergleich zum Vorjahr um jeweils etwas mehr als neun Milliarden Euro. Ein Großteil des Defizits stammt aus den Haushalten der Stadtstaaten, während fünf Bundesländer, darunter Bayern und Sachsen, einen Überschuss ausweisen konnten.
Höherer Schuldenstand wegen Defiziten erwartet
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes erfassen Kern- und Extrahaushalte aller staatlichen Ebenen sowie die Sozialversicherung. Der Grund für den Anstieg des Defizits auf Bundesebene liegt vor allem in den Sondervermögen für die Bundeswehr sowie Infrastruktur und Klimaschutz. Außerdem erhielten die Sozialkassen und die Deutsche Bahn höhere Zuschüsse und Darlehen.
Wegen der Verteilung des Defizits auf allen staatlichen Ebenen wird auch ein höherer Schuldenstand erwartet. Im Jahr 2022, das ein gleich hohes Staatsdefizit vorzuweisen hatte, verteilte sich der Fehlbetrag lediglich auf den Bund. Damals wurden trotz der damaligen Notlage weniger Kredite aufgenommen als geplant.
Insgesamt gab der öffentliche Gesamthaushalt im vergangenen Jahr nach
Angaben des Bundesamtes sechs Prozent mehr aus als im Vorjahr, die Einnahmen
erhöhten sich zugleich um 5,2 Prozent.