Statistisches Bundesamt: Inflation stieg im März sprunghaft an

Alles wird teurer. Viele Menschen haben zunehmend Probleme, die Kosten des Alltags zu decken.
Der Ölpreisschock im März hat die Teuerungsrate in Deutschland sprunghaft nach oben getrieben. Wie geht es weiter mit der Inflation nach der inzwischen verkündeten Waffenruhe im Nahen Osten?
Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland im März sprunghaft verteuert. Massiv gestiegene Energiepreise katapultierten die Inflationsrate mit 2,7% auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorläufige Berechnungen bestätigt. Im Februar hatten die Verbraucherpreise um 1,9% über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.
Konjunkturbarometer
Ifo: Iran-Krieg beendet vorerst Hoffnung auf Aufschwung
Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht die erhoffte Erholung der Wirtschaft mit dem Nahost-Krieg vorerst gestoppt. Unternehmen blicken skeptischer in die Zukunft, zeigt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer.
Waffenruhe macht Hoffnung
Hoffnung, dass die höheren Energiekosten nicht in dem Maße wie befürchtet auf andere Preise hierzulande durchschlagen werden, macht die kurz nach Ostern verkündete Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe.
In diesem Zuge hatte der Iran auch ein Ende der Blockade der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge Straße von Hormus angekündigt. Öl verbilligte sich in der Folge an den Weltmärkten deutlich.
Wirtschaftsforschungsinstitute
Prognose: Iran-Krieg bremst Wachstum und treibt Inflation
Wachstumsprognose halbiert. Höhere Spritpreise, höhere Inflation: Die Menschen in Deutschland bekommen die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für dieses Jahr nur noch ein Mini-Wachstum.
Solange der Konflikt im Nahen Osten nicht endgültig gelöst ist, bleibt jedoch Unsicherheit. Volkswirte hatten im März für April einen weiteren Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland vorhergesagt. Mit Beginn der Reisesaison könnten sich etwa Flugtickets und Pauschalreisen verteuern.
Lebensmittelpreise ziehen nicht mehr so stark an
Ökonomen hatten davor gewarnt, dass sich im Falle eines längeren Krieges der Energiepreisschock in der Breite der Wirtschaft niederschlagen dürfte: Steigende Produktions- und Transportkosten könnten unter anderem die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen steigen lassen.
Im März schwächte sich der Preisauftrieb bei Lebensmitteln etwas ab. Nach Angaben des Bundesamtes mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Nahrungsmittel durchschnittlich 0,9% mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Merklich teurer als vor einem Jahr waren aber zum Beispiel Schokolade (plus 9,6%) oder Eier (plus 14,8%).
Konjunkturprognose
DIHK: Wirtschaft kommt nur in Trippelschritten voran
Die deutsche Wirtschaft steckt in einer langen Schwächephase. Geht es wieder bergauf, und wie ist die Lage ein Jahr nach der Bundestagswahl? Die DIHK hat 26.000 Unternehmen befragt.
Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, die in den vergangenen Monaten die größten Preistreiber waren, verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut um 3,2%. Von Februar auf März des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,1%.
Energiepreise treiben Teuerung an
Inflationsrate auf höchstem Stand seit 2024
Teurer Sprit, steigende Preise für Strom und Gas: Die Kämpfe im Nahen Osten haben schon im ersten Monat die Verbraucherpreise angeheizt. Bald könnten auch andere Warengruppen betroffen sein.
Bei vielen Haushalten ist schon jetzt das Geld knapp
Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich die Menschen für einen Euro leisten. In einer Yougov-Umfrage im Auftrag der Postbank gab im März jeder Achte (12,8%) der 2028 befragten Erwachsenen an, kaum noch die laufenden Kosten für das tägliche Leben aufbringen zu können. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 2500 Euro sagt dies sogar fast jeder vierte Befragte (23,5%). Die Sorge vor einer neuen Preiswelle ist groß.