Start-up Oviva: Finanzierungsrunde zum Besten von digitale Gesundheitsanwendungen

Das Schweizer Gesundheitsunternehmen Oviva hat eine Finanzierungsrunde mit einem Volumen von 200 Millionen Euro abgeschlossen und neue Gesellschafter wie den schwedischen Finanzinvestor Kinnevik an Bord geholt. Zur Unternehmensbewertung werden keine Angaben gemacht. Oviva gilt als führender Anbieter von App-gestützten Therapien für gewichtsbedingte Krankheiten wie Adipositas oder Bluthochdruck in Europa. Erst am Montag hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass seine App-basierte Therapie zur Behandlung von Bluthochdruck vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als digitale Gesundheitsanwendung (DiGa) zugelassen wurde.
„Für unsere Patienten ist die Zulassung die wichtigere Nachricht als die Finanzierungsrunde“, sagte Kai Eberhardt, Geschäftsführer und Mitgründer von Oviva. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens habe das Unternehmen in einer Studie nachgewiesen, dass Patienten mit der Oviva-App nach drei Monaten neben einer Gewichtsreduktion auch eine signifikante Senkung des systolischen Blutdrucks erreichen. „Wir machen die Lebensstilintervention skalierbar und füllen eine Lücke im Behandlungsspektrum“, sagte er über die Ernährungstipps, die Oviva seinen Patienten auch gestützt auf Künstliche Intelligenz gibt.
Meistgenutzte DiGa in Deutschland
Es ist die zweite digitale Anwendung, für die Oviva in Deutschland eine Zulassung erhält. Die App zur Behandlung von Adipositas, die seit rund drei Jahren zugelassen ist, war nach Angaben im jüngsten DiGa-Bericht des GKV-Spitzenverbands mit knapp 150.000 Freischaltcodes bis Ende 2024 die am meisten genutzte digitale Gesundheitsanwendung in Deutschland. Mit knapp 35 Millionen Euro entfielen bislang auch die meisten Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für eine DiGa auf die App von Oviva.
Zu genauen Umsatzzahlen oder Wachstumszielen macht das Unternehmen keine Angaben. Seit der jüngsten Finanzierungsrunde im Herbst 2021 habe sich die Zahl der behandelten Patienten aber mehr als verzehnfacht. Insgesamt hat Oviva seit der Gründung 2014 nach eigenen Angaben fast 1,2 Millionen Patienten in Deutschland, der Schweiz und in Großbritannien behandelt. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen zum ersten Mal ein positives Betriebsergebnis erzielt.
Die neue Finanzierungsrunde nutzten einige Altinvestoren und Mitarbeiter auch dafür, Anteile abzustoßen. Wie hoch das Volumen dieser Verkäufe ist und wie viel frisches Kapital dem Unternehmen zufließt, legt Oviva nicht offen. „Eine beträchtliche Summe steht der Firma aber als neues Kapital zur Verfügung“, sagte Eberhardt.