Staatliches Museum Schwerin: Und ein Nashorn nach sich ziehen sie ebenfalls
Die Franzosen jedenfalls waren hochbegeistert und, nebenbei bemerkt, recht gierig. Auf ihrem Feldzug durch Europa hatten Napoleons Truppen vieles gesehen und geraubt, umso überraschter waren sie, im unaussprechlichen Mecklenburg eine Galerie wie diese vorzufinden: märchenhaft eingebettet zwischen Seen und Teichen und von einer inneren Ruhe, wie es sie nur fern der Metropolen gibt. Zumindest etwas von den Schätzen sollte 1807 eilig von Schwerin in den Louvre verschafft werden. Oder besser: sehr viel davon.
Eigens war der Direktor des Louvre erschienen und ließ einpacken: Porzellane, Elfenbeinschnitzereien und natürlich Gemälde, mehr als 200 Stück, darunter eines, das den Soldaten schon deshalb gefallen musste, weil es einen Mann mit Gewehr und Säbel zeigt. Einen aber, der nicht strammsteht, niemandem gehorcht. Denn sein Reich ist die Stille.