Sparmaßnahmen unter „Washington Post“: „Washington Post“ plant großen Stellenabbau
Die US-amerikanische Zeitung Washington
Post von Jeff Bezos entlässt ein Drittel ihrer
Belegschaft. Die Kündigungen beträfen alle Abteilungen und nicht nur die
Redaktion, teilte Chefredakteur Matt Murray in einer Videokonferenz mit
den Mitarbeitern mit. Die Zeitung begann am Mittwoch mit umfangreichen
Sparmaßnahmen, darunter die Auflösung der Sportredaktion und die
Reduzierung der Anzahl ihrer Auslandsjournalisten. Eine Gesamtzahl der
Kündigungen wurde nicht genannt.
Murray sagte, die Kürzungen seien zwar ein
Schock. Man habe aber das Ziel, eine Zeitung zu schaffen, die wieder
wachsen und erfolgreich sein könne. Die Washington Post hatte mit ihren Watergate-Enthüllungen für Aufsehen gesorgt und zuletzt ausführlich über die Kürzungen von
Präsident Donald Trump bei den Bundesbediensteten berichtet.
Mitarbeitenden der Redaktion wurde mitgeteilt, sie würden via E-Mail darüber informiert, ob ihre Stelle gestrichen werde oder nicht. Zur genauen aktuellen Mitarbeiterzahl der Washington Post gab es keine Auskunft. Auch die Zahl der Abonnenten ist unbekannt, ausgegangen wird jedoch von rund zwei Millionen.
Nachrichtenredaktion für Washington wird umstrukturiert
Die Zeitung schließt ihre Abteilung für Literatur und Sport. Die Nachrichtenredaktion für den Großraum Washington sowie die redaktionelle Arbeit werden umstrukturiert, teilte Murray den Mitarbeitern mit. Der Podcast „Post Reports“ wird auch eingestellt.
Die Maßnahmen waren seit einigen Wochen erwartet worden, nachdem bekanntgeworden war, dass die Washington Post keine Sportreporter zu den Olympischen Winterspielen in Italien entsenden wolle. Nachdem das Vorhaben öffentlich bekannt geworden war, kündigte die Zeitung an, ein kleineres Team zu schicken.
Mitarbeiter wenden sich an Jeff Bezos
In den vergangenen Wochen hatten sich viele Mitarbeiter der Washington Post direkt an Eigentümer Jeff Bezos gewandt. Der Amazon-Gründer hatte die Zeitung 2013
gekauft. Die Mitarbeitergewerkschaft, die Washington Post
Guild, hatte die Öffentlichkeit aufgerufen, Bezos eine Botschaft zu
senden: „Es reicht! Ohne die Mitarbeiter der Washington Post gibt es
keine Washington Post.“