Soll wieder Gefängnis werden: Trump will Geld pro Alcatraz-Umbau

Soll wieder Gefängnis werdenTrump will Geld für Alcatraz-Umbau

04.04.2026, 03:38 Uhr

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Alcatraz hatte für ein Gefängnis ungewöhnlich hohe Betriebskosten. Bis hin zum Trinkwasser musste alles auf die Insel geliefert werden.

Mitte des letzten Jahrhunderts ist Alcatraz das berüchtigtste Gefängnis der USA. Wenn es nach Präsident Trump geht, wird es das auch wieder werden. Dafür soll der Kongress über 150 Millionen Dollar locker machen. Das dürfte aber erst der Anfang sein.

US-Präsident Donald Trump treibt seine Pläne voran, die berüchtigte Gefängnisinsel Alcatraz wieder in Betrieb zu nehmen. Im Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 beantragt Trump beim Kongress dafür zunächst 152 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro). Damit soll das erste Jahr der Umbaumaßnahmen der auf einer Insel in der Bucht von San Francisco gelegenen und vor mehr als 60 Jahren stillgelegten Anlage finanziert werden.

Allerdings dürfte ein Umbau von Alcatraz – heute eine beliebte Touristenattraktion – in ein Hochsicherheitsgefängnis sehr viel mehr Geld kosten. Das Nachrichtenportal „Axios“ schreibt unter Berufung auf Regierungsvertreter, die ganze Anlage müsste komplett neu aufgebaut werden. Das dürfte rund zwei Milliarden Dollar kosten.

Trump hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Alcatraz wieder in ein Hochsicherheitsgefängnis verwandeln zu wollen. Dort sollten dann „Amerikas gefährlichste und gewalttätigste Kriminelle“ untergebracht werden. Der Präsident sieht die Maßnahme als Symbol für Recht und Ordnung und eine härtere Gangart im Kampf gegen Kriminalität.

Betrieb war ungewöhnlich teuer

Die zwei Kilometer vor San Francisco gelegene Gefängnisinsel Alcatraz war 1963 aufgrund hoher Betriebskosten geschlossen worden. Wasser und Verpflegung mussten per Boot auf die Insel gebracht werden. Für die Toilettenspülungen wurde Salzwasser genutzt, das führte allerdings zur schnellen Korrosion der Rohre und zu Schäden an der Bausubstanz. Nach Angaben der US-Strafvollzugsbehörde war die Haftanstalt nur 29 Jahre lang in Betrieb. Heute ist die Felseninsel in der Bucht von San Francisco eine der bekanntesten Touristenattraktionen der Region und steht unter Denkmalschutz. Weil sie vielen Vögeln als Brutstätte dient, ist sie auch Naturschutzgebiet. 

Das Gefängnis verfügte über eine Kapazität von 336 Insassen, die aber nie ausgeschöpft wurde. Im Schnitt waren bis zu 275 Männer dort untergebracht, ihre Zellen waren etwa vier Quadratmeter groß. Seinerzeit saßen dort mehrere berühmte Kriminelle ein, darunter der Mafiaboss Al Capone. Eiskaltes Wasser und die tückische Strömung in der Bucht machten ein Entkommen von der Insel schwierig. Versucht wurde es – allerdings nie mit Erfolg. Einer der Fluchtversuche, der Ausbruch von Frank Morris, bot die Vorlage für den Roman „Flucht von Alcatraz“ von J. Campbell Bruce und dessen gleichnamiger Verfilmung von 1979 mit Clint Eastwood in der Hauptrolle.

Kurz nach dieser Flucht war die Haftanstalt am 21. März 1963 geschlossen worden, weil ihr Weiterbetrieb wegen ihrer isolierten Lage auf einer Insel drei Mal so viel gekostet hätte wie der Betrieb anderer Bundesgefängnisse. 1973 wurde Alcatraz als Touristenattraktion geöffnet. Sie zieht jährlich rund eine Million Besucher an.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

Source: n-tv.de