„Sofort und ohne Limit“ – Rund 40 Staaten fordern Entblockung welcher Straße von Hormus
Dutzende Staaten erhöhen den Druck auf den Iran: Die strategisch zentrale Straße von Hormus soll „sofort und bedingungslos“ geöffnet werden. Nach US-Angriffen auf eine wichtige Brücke im Iran spricht Teheran von einem „moralischen Zusammenbruch“ Washingtons. Mehr im Liveticker.
Seit Ende Februar greifen Israel und die USA den Iran an. Nuklearanlagen und Militäreinrichtungen wurden zerstört, Führungsfiguren des Regimes in Teheran ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgt Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nehmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockieren die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
02:06 Uhr – Hegseth drängt Generalstabschef des US-Heeres zum Rücktritt
Pentagonchef Pete Hegseth hat den Generalstabschef des US-Heeres, Randy George, inmitten des Iran-Krieges zum Rücktritt aufgefordert. Dies teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Sean Parnell, mit. George werde sein Amt als 41. Generalstabschef des Heeres mit sofortiger Wirkung niederlegen. Einen Grund teilte das Pentagon nicht mit. Über die Demission Georges hatte der Sender CBS News zuerst berichtet.
Den Posten des ranghöchsten uniformierten Offiziers des Heeres hatte George im August 2023 noch unter dem damaligen Präsidenten Joe Biden angetreten. In der Regel werden Generalstabchefs der Teilstreitkräfte für eine Amtszeit von vier Jahren ernannt.
01:01 Uhr – Wadephul besorgt über Trumps Nato-Austrittsdrohung
Außenminister Johann Wadephul zeigt sich angesichts neuer Äußerungen von US-Präsident Trump zu einem möglichen Nato-Austritt beunruhigt. „Natürlich besorgen mich solche Aussagen“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich gab er sich aber zuversichtlich, dass ein solcher Schritt der Amerikaner abzuwenden sei: „Ich denke, dass unser klares Bekenntnis und unser entschiedenes Eintreten für das Bündnis die USA davon überzeugen werden, diese Erfolgsstory gemeinsam weiterzuschreiben.“
US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio hatten gerade erst wieder die Nato-Mitgliedschaft der USA infrage gestellt. Trump sagte etwa der britischen Zeitung „The Telegraph“, es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Krieges überdacht werden müsse. Trump ist verärgert darüber, dass diverse Nato-Mitglieder den Krieg der USA und Israels gegen den Iran nicht unterstützen.
00:24 Uhr – Rund 40 Staaten fordern Öffnung der Straße von Hormus
Rund 40 Staaten haben den Iran aufgefordert, die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus „sofort und bedingungslos“ wieder für die Schifffahrt freizugeben. „Der Iran versucht, die Weltwirtschaft in der Straße von Hormus als Geisel zu nehmen“, erklärte die britische Außenministerin Yvette Cooper zum Abschluss eines von Großbritannien geleiteten virtuellen Treffens zur Lage an der Meerenge. „Damit darf er sich nicht durchsetzen.“
Die Teilnehmer des Treffens forderten demnach, die „grundlegenden Prinzipien der Freiheit der Schifffahrt und des Seerechts“ zu achten. Konkrete Beschlüsse fassten die Teilnehmer allerdings nicht.
Die Außenminister und Vertreter der beteiligten Länder diskutierten bei dem Treffen den Angaben zufolge mehrere Bereiche „möglicher gemeinsamer, koordinierter Maßnahmen“, wie Cooper weiter mitteilte. Dies könnte durch diplomatischen Druck etwa durch die UNO erfolgen, oder durch mögliche Sanktionen.
Donnerstag, 2. April
23:07 Uhr – Irans Außenminister verurteilt Angriff auf Autobahnbrücke
Irans Außenminister Abbas Araghtschi reagiert mit scharfer Kritik auf die US-Bombardierungen einer Autobahnbrücke. „Angriffe auf zivile Strukturen, einschließlich unfertiger Brücken, werden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen“, schrieb Araghtschi auf X. Derartige Angriffe seien Ausdruck eines „moralischen Zusammenbruchs“, fügte er hinzu. Das Ansehen der USA werde sich niemals davon erholen.
Die als „B1“ bekannte Autobahnbrücke war am Donnerstag zweimal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden. Sie war Teil der Pendlerroute zwischen der Großstadt Karadsch und der überfüllten Millionenmetropole und Hauptstadt Teheran. Zudem liegt sie an einem Verkehrsknoten in Richtung Kaspisches Meer, einem beliebten Reiseziel. Mit einer Höhe von 132 Metern war sie die höchste Brücke im Iran. Ein Teilabschnitt befand sich noch im Bau.
22:15 Uhr – Trump: „Größte Brücke im Iran“ zerstört
Bei neuen Angriffen auf den Iran ist nach Angaben von Donald Trump die größte Brücke des Landes zerstört worden. Der US-Präsident veröffentlichte auf seiner Onlineplattform Truth Social ein Video von der noch im Bau befindlichen B1-Brücke in Karadsch rund 35 Kilometer südwestlich von Teheran. Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie das Bauwerk teilweise einstürzt und wie dichter Rauch aufsteigt.
„Die größte Brücke im Iran stürzt ein, wird nie wieder benutzt werden“, schrieb Trump dazu. Er drohte mit weiterer Zerstörung, sollte die Führung der Islamischen Republik nicht zu Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges bereit sein: „Es ist an der Zeit, dass der Iran einen Deal macht, bevor nichts mehr übrig ist von dem, was noch ein großartiges Land werden könnte.“
Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor von zwei US-israelischen Angriffen auf die Brücke berichtet. Bei dem ersten Angriff habe es zwei zivile Opfer gegeben. Der zweite Angriff sei erfolgt, als Einsatzkräfte den Opfern zu Hilfe kommen wollten. Die Brücke galt laut iranischen Medien als die höchste in der Region.
21:33 Uhr – Außenpolitischer Berater von Merz trifft Rubio
Nach der Kritik von US-Präsident Trump an Deutschland und anderen europäischen Nato-Partnern hat der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter Sautter, US-Außenminister Marco Rubio in Washington getroffen. Eine Regierungssprecherin in Berlin bestätigte einen entsprechenden Bericht von „Table.Briefings“.
Das Treffen habe am Mittwoch stattgefunden, beide hätten über den Iran, die Nato und die Ukraine gesprochen. Es sei ein „sehr positives Gespräch“ gewesen, so die Sprecherin.
21:03 Uhr – „Wir verlieren diesen Krieg“: Senator sieht Realitätsverlust Trumps
Der US-Senator Chris Murphy attestiert Donald Trump nach dessen Ansprache zum Iran-Krieg Realitätsverlust. Trumps Rede am Mittwochabend (Ortszeit) entstamme einer Realität, „die nur in Donald Trumps Vorstellung existiert“, sagte der Demokrat. „Wir verlieren diesen Krieg“, erklärte er.
„Wir können weder all ihre Raketen und Drohnen noch ihr Atomprogramm zerstören. Der Iran übt in der Region mehr Macht aus als vor dem Krieg, insbesondere wenn er nun die Straße von Hormus dauerhaft kontrolliert“, sagte Murphy. „Wir geben Milliarden aus, die wir nicht haben, und verlieren amerikanische Leben in einem Krieg, der die Welt destabilisiert und uns verantwortungslos erscheinen lässt.“
dpa/AFP/Reuters/jmr
Source: welt.de