Söder trifft Babiš: Die Wege nachdem Prag sind holprig

In Deutschland wird gern mit dem Finger auf europäische Partnerländer gezeigt, besonders, wenn sie von uns aus gesehen im Osten liegen. Mit Recht wird das in dieser oft geübten Pauschalität als bevormundend empfunden und als ignorant zurückgewiesen.
Das heißt nicht, dass dort immer alles in bester Ordnung wäre. Gegen die in teilweise recht merkwürdigen Farben schillernde Koalition in Prag von Ministerpräsident Babiš sind denn auch kürzlich Zehntausende Landsleute auf die Straße gegangen, um gegen bedenkliche Entwicklungen zu protestieren. Das ist ihr gutes Recht.
Lausige Verkehrsverbindungen
Aber für die Nachbarländer gibt es keinen Grund, nicht vernünftig und sachlich mit der Regierung in Prag zusammenzuarbeiten, die nun mal einwandfrei gewählt worden ist.
Deshalb war es gut und richtig, dass der bayerische Ministerpräsident Söder sich mit Babiš getroffen hat, und Bundeskanzler Merz sollte dem nicht mehr lange nachstehen. Zumal der Tscheche den Deutschen etwas ins Stammbuch zu schreiben hat. Die Verkehrsverbindungen zwischen den beiden Nachbarländern, vor allem nach Bayern, sind lausig. Das gilt für die Straße wie auch die Schiene. Und die Lücken klaffen vor allem auf der deutschen Seite.
Es ist höchste Zeit, dass die Versäumnisse nicht nur eingestanden, sondern endlich auch behoben werden. Immerhin, Infrastrukturmittel sollten jetzt ja vorhanden sein.
Source: faz.net