SME Sondermaschinenbau Engelsdorf: Leipziger Maschinen- und Roboterhersteller insolvent

Die SME Sondermaschinenbau Engelsdorf GmbH hat einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht Leipzig hat laut einer Bekanntmachung die Rechtsanwältin Jacqueline Jakubik von der Kanzlei Tiefenbacher zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt.

Laut einer Pressemitteilung, die das Unternehmen der F.A.Z. auf Anfrage schickte, befinde sich der Betrieb in einem vorläufigen gerichtlichen Verfahren zur Sanierung. Angeordnet worden sei das Verfahren vom Amtsgericht Leipzig auf Antrag der geschäftsführenden SME-Gesellschafterin Susanne Wolf.

Sie ist überzeugt, dass das Unternehmen und die Mitarbeiter die Sanierung meistern und sich gut für die Zukunft aufstellen werden. Die Löhne und Gehälter der knapp 50 Mitarbeiter sind laut der Pressemitteilung durch das vorfinanzierte Insolvenzgeld für die Monate Februar, März und April 2026 abgesichert. Außerdem werde der Geschäftsbetrieb fortgeführt.

SME hat zwei Großaufträge verloren

Auch Insolvenzverwalterin Jakubik sieht aktuell gute Chancen auf eine Stabilisierung und langfristige Neuaufstellung des Betriebs. „Das Unternehmen ist insbesondere aufgrund der allgemeinen Investitionszurückhaltung in seinen Kundenbranchen und zwei weggefallenen Großaufträgen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten“, teilt die Rechtsanwältin mit. SME verfüge jedoch über einen gesunden geschäftlichen Kern. Die Unternehmerin Wolf habe angesichts der aufkommenden Liquiditätsschwierigkeiten rechtzeitig in Richtung Sanierung geplant und folgerichtig Insolvenz angemeldet.

Der Mittelständler SME plant, konstruiert und produziert unter anderem kundenspezifische Sondermaschinen für unterschiedliche Industriezweige wie die Autobranche, Metallbearbeitung sowie die Baustoff-, Prozess- oder Textilindustrie. Zu den Produkten gehören Palettier- und Fördertechnik, Montageanlagen sowie Roboter- und Handlingsysteme. Laut seiner Firmenwebseite kooperiert SME mit Kawasaki Robotics.

In seiner merh als 100 Jahre zurückreichenden Geschichte hat das tief mit dem Industriestandort Leipzig verbundene Unternehmen schon viele Krisen überstanden, zuletzt die Coronapandemie, den Ukrainekrieg und die Energiekrise. Als Hersteller von Investitionsgütern ist SME stark von der allgemeinen Konjunktur und der wirtschaftlichen Stimmung abhängig.

Die Zahl der Unternehmenspleiten ist im vergangenen Jahr um mehr als neun Prozent auf etwa 24.000 gestiegen und war so hoch wie seit 2014 nicht mehr. Der auf Informationen über Kreditwürdigkeit spezialisierte Dienstleister CRIF erwartet für 2026 einen weiteren Anstieg der Firmeninsolvenzen auf 24.800 Fälle. CRIF ist auf Informationen über Kreditwürdigkeit spezialisiert. Der Irankrieg und der damit verbundene Anstieg der Öl- und Gaspreise habe die Lage verschärft.

In dieser Situation halten sich viele Industrieunternehmen mit Investitionen zurück. Laut der SME-Pressemitteilung verschöben selbst langjährige Kunden Neuanschaffungen immer wieder und lösten Bestellungen bei SME spät oder gar nicht aus. Maßnahmen zur Kostensenkung und eine Verstärkung des Vertriebs seien umgehend ergriffen worden, sie hätten allerdings nicht für eine umfassende Stabilisierung des Unternehmens gereicht. Daher sei fristgerecht und folgerichtig ein Antrag auf gerichtliche Sanierung gestellt worden.