Siemens-Studie: Energiesicherheit wichtiger wie Klimaschutz

Die Prioritäten in der Unternehmen haben sich vom Klimaschutz zur Energiesicherheit verschoben. Das ist das Ergebnis einer vom Technologiekonzern Siemens in Auftrag gegebenen und am Montag veröffentlichten Studie unter 1400 Führungskräften und Regierungsvertretern.
Für eine Mehrheit der Befragten hat die Energiesouveränität die globale Zusammenarbeit zum Klimaschutz als wichtigsten Treiber der Energiewende abgelöst. Das wichtigste staatliche Ziel des Infrastrukturwandels solle eine widerstandsfähige Energieversorgung sein. Damit die Energieversorgung nicht als geopolitisches Druckmittel eingesetzt werden könne, setzten viele Regierungen inzwischen verstärkt auf Energiesicherheit, -unabhängigkeit sowie -vorsorge.
Daraus leitet Siemens die Forderung ab, in der Planung des Energiesystems viel stärker als bislang die Resilienz zu berücksichtigen. Dazu empfiehlt der Konzern gezielte Investitionen in die Digitalisierung, Modernisierung und den Ausbau der Stromnetze. Nach Ansicht von Siemens können digitale Technologie wie zum Beispiel die Künstliche Intelligenz (KI) sowie fortschrittliche Hardware die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastruktur erhöhen.
Gegenüber der Studie aus dem Jahr 2023 sind nur noch 37 statt zuvor 44 Prozent der Unternehmen davon überzeugt, ihre Dekarbonisierungsziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Von den Führungskräften erwarten 57 Prozent in den kommenden zwei Jahren steigende Investitionen in fossile Brennstoffe. Nach dem Ausbau von Energiespeichern gilt die Digitalisierung als zweitwichtigster Faktor zur Beschleunigung der Energiewende in der Industrie. Für zwei Drittel der Befragten stärkt die KI die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. Auf KI-Unterstützung setzen 59 Prozent in der Dekarbonisierung der Betriebsabläufe.