Sicherheitskonferenz in München: US-Außenminister Rubio will „ein starkes Europa“
US-Außenminister Marco Rubio hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine tiefe Verbundenheit zwischen den USA und Europa betont. „Wir gehören zusammen. Wir sind Teil einer gemeinsamen Zivilisation – einer westlichen Zivilisation“, sagte der Republikaner in seiner Rede. Europa und die Vereinigten Staaten seien durch tiefe Bände verbunden, geprägt durch die Geschichte, das Christentum und eine gemeinsame Kultur.
Europas Zukunft liege den USA am Herzen. „Wir wollen ein
starkes Europa. Europa muss überleben“, sagte Rubio. Die beiden Weltkriege
hätten gezeigt, dass die amerikanischen und europäischen Schicksale immer verbunden
bleiben werden. Wenn Europa und die USA zusammen handelten, könne man gemeinsam eine sinnvolle Außenpolitik gestalten, „den Platz in der Welt einnehmen und die Kräfte der zivilisatorischen Auslöschung bekämpfen“, sagte Rubio. Viele Menschen würden vom Ende der Ära der USA sprechen, aber dieses Ende sei nicht der US-amerikanische Wunsch. „Unsere Heimat ist die westliche Welt, aber wir werden immer ein Kind Europas bleiben““, sagte Rubio.
Gleichzeitig sagte Rubio, die USA wollten keine Verbündeten, die am Status quo
festhielten – sondern an Lösungen arbeiteten. „Wir wollen keine Trennung,
sondern die alte Freundschaft mit neuem Leben erfüllen“, sagte Rubio. Die
wiederbelebte Allianz dürfe kein Bündnis sein, das aus Angst verharre. Das
Bündnis müsse mutig in die Zukunft schreiten. Die USA wollen laut Rubio ihre
Interessen schützen, nicht von anderen abhängig sein und keinen internationalen
Wohlfahrtsstaat.
Merz eröffnete Münchner Sicherheitskonferenz mit Grundsatzrede
Rubios Rede war in der bayerischen Hauptstadt mit Spannung erwartet worden. Das transatlantische Verhältnis ist für viele das zentrale Thema bei der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz – vor allem nach dem Grönland-Konflikt.
Bereits am Freitag hatte Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit seiner Eröffnungsrede den Ton für die Konferenz gesetzt. Er plädierte für einen Neustart der Beziehungen zwischen Europa und den USA – mit einem starken und weitgehend eigenständigem europäischen Pfeiler. „Wir müssen diesseits und jenseits des Atlantiks zu dem Schluss kommen: Zusammen sind wir stärker“, sagte Merz. Er warb für eine neue Selbstbehauptung Europas in einer sich wandelnden Weltordnung, die durch Großmachtpolitik geprägt sei. Aus diesem Grund benötige Europa mehr militärische Eigenständigkeit, wirtschaftliche Stärke und politische Geschlossenheit.
Bei der letztjährigen Münchner Sicherheitskonferenz hatte US-Vizepräsident JD Vance für Unverständnis bei vielen europäischen Staats- und Regierungschefs gesorgt. Er behauptete, dass für Europa nicht äußere Feinde wie Russland die größte Gefahr darstellten, sondern die angeblich Einschränkung demokratischer Werte wie der Meinungsfreiheit. Auch diesen Kritikpunkt von Vance griff Merz am Freitag auf: „Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet.“
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