Selenskyj zu Treffen mit Erdoğan: Ukraine und Türkei zusammensetzen Sicherheitskooperation aus

Wolodmyr Selenskyj und Recep Tayyip Erdoğan.

Stand: 04.04.2026 • 21:34 Uhr

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den türkischen Staatschef Erdoğan getroffen. Laut Selenskyj ging es um eine Sicherheitskooperation. Auch die Energieinfrastruktur soll Thema gewesen sein – wobei beide Seiten verschiedene Aspekte betonten.

Bei einem Treffen in Istanbul haben der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan über die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen, den Ukraine-Krieg und das Thema Energiesicherheit beraten.

Laut Selenskyj sind dabei „neue Schritte“ in der Sicherheitskooperation vereinbart worden. Der politische Wille sei vorhanden und Arbeitsgruppen würden in Kürze die Details ausarbeiten, teilte Selenskyj während des Besuchs auf Telegram mit: „Dies gilt vor allem für die Bereiche, in denen wir die Türkei unterstützen können: mit Fachwissen, Technologie und Erfahrung.“ Weitere Details wurden nicht bekannt.

Zuvor hatte Kiew den Staaten im Nahen Osten Hilfe bei der Abwehr iranischer Kampfdrohnen angeboten. Russland setzt bei seinem seit 2022 andauernden Krieg gegen die Ukraine massiv Drohnen iranischer Bauart ein. Deshalb verfügt das ukrainische Militär über jahrelange Erfahrung bei der Abwehr dieses Drohnentyps. Laut dem türkischen Präsidialamt wurden nun „Friedensbemühungen im Russland-Ukraine-Konflikt“ sowie „regionale und internationale Entwicklungen“ besprochen.

Gespräche über Energieinfrastruktur

Selenskyj sagte weiterhin, es sei bei dem Treffen auch um „gemeinsame Projekte bei der Entwicklung der Gasinfrastruktur und die Erschließung von Gasfeldern“ gegangen. Nach türkischen Angaben betonte Erdoğan bei dem Gespräch, wie wichtig der Türkei die Sicherheit der Energieversorgung und der Schifffahrt im Schwarzen Meer sei.

Selenskyj und Erdoğan trafen sich einen Tag nach einem Telefonat des türkischen Staatschefs mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin. Putin warf der Ukraine dabei vor, die Gastransportinfrastruktur zwischen Russland und der Türkei angreifen zu wollen.

Der russische Energiekonzern Gazprom hatte der Ukraine am Donnerstag einen Drohnenangriff auf die Turkstream-Pipeline vorgeworfen. Turkstream verläuft von Russland aus unter dem Schwarzen Meer in den Nordwesten der Türkei. Von dort aus wird das Gas unter anderem nach Ungarn, Serbien und in die Slowakei geliefert. Russland hat der Ukraine wiederholt Angriffe auf die Pipeline vorgeworfen.

Angriffe auf Energieinfrastruktur

In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zwischen den beiden Nachbarländern greift die Ukraine immer wieder russische Energieinfrastruktur an, um Moskaus Finanzierungsquellen auszutrocknen.

Russland, das die Ukraine im Februar 2022 angegriffen hatte, attackiert wiederum seit Jahren intensiv und systematisch die zivile Energieinfrastruktur der Ukraine. Millionen von Ukrainern waren deswegen seit Kriegsbeginn von Stromausfällen und einem Ausfall ihrer Heizungen betroffen.

Auch heute setzte Russland seine gezielten Angriffe auf die Öl-, Gas- und Energieinfrastruktur nach Angaben des ukrainischen Öl- und Gaskonzerns Naftogaz fort. Bei Angriffen auf Infrastrukturanlagen in der Region Poltawa sei ein Feuer ausgebrochen. Die Anlagen der Naftogaz-Gruppe seien allein seit Jahresbeginn mehr als 40 Mal angegriffen worden.

Source: tagesschau.de